Agenten erstellen

KI-Agenten erstellen: was tatsächlich nötig ist

Einen einfachen KI-Agenten erstellt man an einem Nachmittag; einen, der im Alltag hält, deutlich langsamer. Der Unterschied liegt nicht im Modell, sondern in den Grenzen, die man ihm setzt.

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Felix Wilhelm überwacht laufende Abläufe auf zwei Bildschirmen

Werkzeuge nach Vorkenntnis

Es gibt drei Wege, und der richtige hängt davon ab, wer den Agenten später pflegt.

WegVoraussetzungGut für
Custom GPTs / AssistantskeineWissensassistenten, feste Aufgaben, schneller Test
n8n, Make, Copilot StudioGrundverständnis für AbläufeAgenten mit Systemanbindung, produktiver Einsatz
Eigenentwicklung (Python, Frameworks)ProgrammierkenntnisseSonderfälle, hohe Volumen, volle Kontrolle

Die vier Bausteine

Unabhängig vom Werkzeug besteht jeder Agent aus denselben Teilen — und drei davon werden regelmäßig unterschätzt.

  • Auftrag: Was ist das Ziel, was ist ausdrücklich nicht Aufgabe? Zu weite Aufträge sind die häufigste Fehlerquelle.
  • Werkzeuge: Welche Systeme darf er aufrufen — lesend, schreibend? Jedes zusätzliche Werkzeug erhöht die Fehlerfläche.
  • Grenzen: Maximale Schrittzahl, Kostenbudget, Abbruchbedingungen, Freigabepunkte.
  • Protokoll: Jeder Schritt nachvollziehbar. Ohne das ist Fehlersuche aussichtslos.
Felix Wilhelm erklärt einem Unternehmer am Laptop ein KI-Vorhaben

Woran erste Versuche scheitern

Fast immer an derselben Stelle: Der Auftrag ist zu offen formuliert, der Agent bekommt zu viele Werkzeuge, und es gibt keine Abbruchbedingung. Das Ergebnis ist ein System, das in Schleifen läuft, Kosten produziert und am Ende etwas Unbrauchbares liefert.

Der Gegenentwurf ist unspektakulär: ein Ziel, zwei Werkzeuge, fünf Schritte Maximum. Damit lässt sich etwas bauen, das funktioniert — und darauf aufbauen.

Häufige Fragen

Kann man KI-Agenten ohne Programmieren erstellen?

Ja. Custom GPTs brauchen keinerlei Kenntnisse, n8n und Copilot Studio arbeiten grafisch. Für produktive Agenten mit Systemanbindung ist Grundverständnis für Datenformate trotzdem hilfreich.

Gibt es kostenlose Möglichkeiten?

Ja: Custom GPTs in einem bezahlten ChatGPT-Konto, n8n in der selbst gehosteten Community-Edition, lokale Modelle über Ollama. Die Modellaufrufe selbst kosten je nach Anbieter.

Wie lange dauert ein erster Agent?

Ein Prototyp mit einer Aufgabe: wenige Stunden. Ein Agent, der produktiv läuft und Sonderfälle abfängt: eher zwei bis vier Wochen.

Was ist mit Datenschutz?

Ein Agent verarbeitet dieselben Daten wie jeder andere KI-Einsatz — mit dem Unterschied, dass er selbstständig auf Systeme zugreift. Umso wichtiger sind Rechtebeschränkung und Protokoll. Siehe KI und Datenschutz.