Der Ablauf
Der Tag ist zu zwei Dritteln Arbeit an eigenen Aufgaben. Der Theorieteil bleibt kurz, weil er ohne eigene Anwendung ohnehin nicht haften bleibt.
| Block | Inhalt |
|---|---|
| Vormittag I | Wie Sprachmodelle arbeiten, was sie können, wo sie zuverlässig scheitern |
| Vormittag II | Prompting an eigenen Beispielen — E-Mails, Texte, Auswertungen |
| Nachmittag I | Anwendungsfälle sammeln und bewerten: was lohnt sich im eigenen Bereich |
| Nachmittag II | Zwei Fälle umsetzen, Ergebnisse vergleichen, Regeln festhalten |
| Abschluss | Was ab morgen konkret gemacht wird — mit Verantwortlichen |
Vorbereitung
Wir fragen vorab drei Dinge ab: welche Werkzeuge im Haus lizenziert sind, welche Aufgaben die Teilnehmer als zeitraubend empfinden, und ob es bereits Regeln zum KI-Einsatz gibt.
Aus den Antworten entsteht das Beispielmaterial. Ein Workshop mit generischen Übungen ist verlorene Zeit — die Teilnehmer erkennen sofort, ob die Beispiele aus ihrer Welt stammen.

Was am Abend vorliegt
Ein Workshop, aus dem die Teilnehmer nur mit einem guten Gefühl herausgehen, war ein netter Tag. Deshalb steht am Ende ein Dokument auf dem Tisch, das drei Dinge festhält: die gesammelten Anwendungsfälle mit einer Bewertung nach Häufigkeit und Aufwand, die Regeln, die sich das Team selbst gegeben hat, und eine Liste mit Namen und Terminen.
Die Bewertung folgt derselben Rechnung, die auch vor jedem Umsetzungsprojekt steht: Häufigkeit mal Bearbeitungsdauer mal Personalkosten, gegengerechnet mit dem doppelten Umsetzungsaufwand. Was diese Rechnung nicht besteht, wird gestrichen — auch wenn es die interessanteste Idee des Tages war. Erfahrungsgemäß bleiben von zwanzig gesammelten Ideen drei bis fünf übrig.
Was ein Workshop-Tag kostet
Ein Workshop ist ein Tagesformat mit fester Vorbereitung und festem Auswertungsdokument. Die folgenden Richtwerte gelten netto; der konkrete Preis hängt an Teilnehmerzahl und Vorbereitungsaufwand und steht im individuellen Angebot.
Wie sich das in ein Gesamtbudget für KI einordnet — von der Potenzialanalyse bis zum ersten Anwendungsfall — steht unter Was kostet KI.
| Leistung | Umfang | Preis (Richtwert netto) |
|---|---|---|
| Tagesworkshop inhouse | 1 Tag, bis 12 Teilnehmer | 2.500–4.500 € |
| Tagesworkshop online | 1 Tag, bis 12 Teilnehmer | 2.000–3.500 € |
| Zusatz: AI-Act-Pflichtmodul | +2–3 Std. | 600–1.200 € als Zusatzmodul einer Schulung; einzeln gebucht 900–1.800 € |
| Vorbereitung + Auswertungsdokument | inklusive | im Preis enthalten |
| Aufbau-Tag / Folgetermin | 1 Tag | 3.000–5.000 € |
Der Workshop und die Schulungspflicht nach Artikel 4
Seit dem 2. Februar 2025 verlangt Artikel 4 der KI-Verordnung, dass Mitarbeiter, die KI nutzen, über ausreichende KI-Kompetenz verfügen. Die meisten Unternehmen sind dabei Betreiber, nicht Anbieter. Ein Workshop deckt diese Pflicht ab, wenn das Pflichtmodul mitläuft und die Teilnahme dokumentiert wird.
Nachweis und Zertifikat
Jeder Teilnehmer erhält eine Teilnahmebescheinigung mit Inhaltsübersicht und Datum, dazu die Teilnehmerliste. Das ist der Nachweis, den Artikel 4 im Streitfall verlangt. Die KI-Verordnung schreibt kein bestimmtes Siegel vor — IHK- oder TÜV-Zertifikate sind freiwillige Marktsiegel und für die Erfüllung der Pflicht nicht nötig. Wo ein solches Siegel für die Außenwirkung gewünscht ist, binden wir einen zertifizierenden Partner ein.
Förderung
Ein einzelner Workshop-Tag liegt unter der 120-Stunden-Grenze des Qualifizierungschancengesetzes und ist über dieses Instrument allein nicht förderfähig. Als Teil einer größeren Qualifizierungsmaßnahme oder über Landesprogramme wie die Fachkursförderung Baden-Württemberg kann er dennoch bezuschusst werden. Was greift, klären wir im Erstgespräch — der Überblick steht unter KI-Schulung fördern lassen.
Wovon wir abraten
Ein Workshop ist der falsche Ort für zwei Dinge. Erstens für die Werkzeugentscheidung: Welche Lizenz gekauft wird, hängt an der Systemlandschaft und am Datenschutz, nicht am Eindruck eines Tages. Zweitens für Vorhaben, die mehrere Abteilungen betreffen — die brauchen eine eigene Runde mit den Betroffenen, sonst entsteht ein Plan, den die Nachbarabteilung am Montag zerlegt.
Und wenn im Betrieb noch keine einzige Lizenz existiert und niemand benannt ist, der das Thema trägt, ist der Workshop verfrüht. Dann steht zuerst die Frage an, wer zuständig ist — siehe KI-Beauftragter.
Häufige Fragen
Wie viele Teilnehmer?
Sechs bis zwölf. Darunter lohnt der Aufwand kaum, darüber kommt niemand mehr zum Arbeiten.
Bei uns oder bei Ihnen?
In der Regel bei Ihnen — dann sind die eigenen Systeme verfügbar und die Beispiele echt. Online funktioniert ebenfalls, verliert aber etwas an Dynamik.
Was brauchen wir an Technik?
Laptops mit Internetzugang und einen Beamer. Zugänge zu den KI-Werkzeugen klären wir vorab — falls noch keine da sind, arbeiten wir mit kostenlosen Versionen.
Ersetzt der Workshop die AI-Act-Pflichtschulung?
Er kann sie enthalten. Wenn das gewünscht ist, ergänzen wir das Pflichtmodul und liefern die Dokumentation mit — siehe EU AI Act Schulung.
Was kostet ein Workshop-Tag?
Inhouse liegt der Richtwert bei 2.500–4.500 € netto, online etwas darunter. Der genaue Preis hängt an Teilnehmerzahl und Vorbereitung und steht im Angebot.
Bekommen die Teilnehmer ein Zertifikat?
Ja, eine Teilnahmebescheinigung mit Inhaltsübersicht und Datum. Zusammen mit der Teilnehmerliste ist das der Nachweis nach Artikel 4. Ein IHK- oder TÜV-Siegel ist nicht vorgeschrieben, lässt sich auf Wunsch aber ergänzen.
Ist ein Workshop förderfähig?
Als einzelner Tag über das Qualifizierungschancengesetz nicht, weil die 120-Stunden-Grenze verfehlt wird. Über Landesprogramme wie die Fachkursförderung Baden-Württemberg oder als Teil einer größeren Maßnahme kann er bezuschusst werden. Details unter Förderung.
Wie lange dauert die Vorbereitung?
Zwei bis vier Wochen sind üblich. In dieser Zeit klären wir Werkzeuge, sammeln das Beispielmaterial und stimmen ab, ob das Pflichtmodul mitläuft. Der schnellste Weg zur Terminfindung ist der Kontakt.
