Glossar

Genspark: KI-Workspace mit Super Agent im Check

Genspark ist ein KI-Workspace mit „Super Agent“, der Recherchen, Präsentationen und sogar Telefonanrufe erledigt. Funktionen, Preise, Einordnung.

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Genspark ist ein KI-Arbeitsbereich des US-Startups MainFunc, der Suche, Inhaltserstellung und Automatisierung unter einer Oberfläche bündelt. Kern ist der „Super Agent”: ein KI-Agent, der Aufträge in Teilschritte zerlegt und über spezialisierte Werkzeuge abarbeitet — er erstellt Rechercheseiten („Sparkpages”), Präsentationen, Tabellen, Bilder und Videos und führt mit „Call For Me” sogar echte Telefonanrufe. MainFunc wurde 2023 in Palo Alto von den früheren Baidu-Führungskräften Eric Jing und Kay Zhu gegründet und zählt zu den am schnellsten gewachsenen KI-Startups der letzten Jahre.

Wie Genspark funktioniert

Anders als ein einzelner Chatbot arbeitet Genspark mit einem „Mixture of Agents”-Ansatz: Der Super Agent bindet Sprachmodelle mehrerer Anbieter ein (u. a. GPT-, Claude- und Gemini-Modelle) und lässt Ergebnisse laut Anbieter gegeneinander faktenprüfen, um Halluzinationen zu reduzieren. Zu den Bausteinen gehören AI Slides (Präsentationen aus einem Prompt), AI Sheets (Datenrecherche und -auswertung), ein KI-Browser für Recherche und Automatisierung sowie Bild-, Video- und Website-Erstellung. Damit konkurriert Genspark je nach Funktion mit Perplexity ebenso wie mit Agenten-Diensten wie Manus.

Preise und Credit-System

StufePreis (laut Anbieter)Credits
Free0 US-Dollar~100 pro Tag
Plus24,99 US-Dollar/Monat10.000 pro Monat
Pro249,99 US-Dollar/Monat125.000 pro Monat

Abgerechnet wird pro Aufgabe, und die Verbräuche variieren stark: Einfache Recherchen kosten wenige Credits, Präsentationen dreistellige Beträge, Telefonate laut Anbieter rund 180 Credits je drei Minuten, Videos am meisten. Chat und Bilderzeugung sind auf Bezahlstufen derzeit als Aktion bis Ende 2026 kostenlos gestellt. Kritikpunkte aus Nutzerberichten: Credits verfallen monatlich, und auch fehlgeschlagene Aufgaben werden berechnet — die Kosten sind damit schwer kalkulierbar.

Datenschutz und KI-Verordnung

Genspark ist ein US-Cloud-Dienst: Eingaben, Dokumente und Rechercheaufträge laufen über die Infrastruktur des Anbieters und werden zusätzlich an mehrere angebundene Modellanbieter durchgereicht. Vor dem Einsatz mit personenbezogenen oder vertraulichen Daten gelten die Prüfkriterien aus DSGVO-konforme KI: Auftragsverarbeitungsvertrag, Verarbeitungsort, Trainingsausschluss — hier für jede angebundene Modellkette. Zwei Punkte der KI-Verordnung sind besonders relevant: Erzeugte Bilder und Videos unterliegen der Kennzeichnungspflicht nach Art. 50 KI-VO (anwendbar seit 02.08.2026), und beim Telefon-Agenten „Call For Me” müssen Angerufene erkennen können, dass sie mit einer KI sprechen. Wer den Anruf-Agenten gewerblich einsetzt, sollte zudem die deutschen Regeln zur Telefonwerbung (UWG) beachten.

Einordnung für den Mittelstand

Genspark eignet sich als vielseitiger Produktivitäts-Baukasten für Einzelaufgaben: Marktrecherchen, Präsentationsentwürfe, Datenaufbereitung. Der Reiz liegt darin, dass ein einziges Abo viele Einzelwerkzeuge ersetzt, die sonst separat lizenziert werden müssten. Für wiederkehrende Geschäftsprozesse mit planbaren Stückkosten ist das Credit-Modell dagegen unhandlich — hier sind dedizierte Automatisierungslösungen meist die bessere Wahl. Welche Werkzeugklasse zu Ihren Abläufen passt, klärt ein Erstgespräch.

Häufige Fragen

Was ist Genspark?

Genspark ist ein KI-Arbeitsbereich des US-Startups MainFunc aus Palo Alto, gegründet 2023 von zwei früheren Baidu-Führungskräften. Im Zentrum steht der „Super Agent“, der Aufgaben über spezialisierte Teilagenten abarbeitet — von Rechercheseiten über Präsentationen und Tabellen bis zu Telefonanrufen.

Was ist der Super Agent?

Die Steuerzentrale von Genspark: Er zerlegt einen Auftrag, wählt passende Werkzeuge und Modelle und führt die Schritte selbstständig aus. Dabei kombiniert Genspark mehrere Sprachmodelle verschiedener Anbieter („Mixture of Agents“), die sich laut Anbieter gegenseitig faktenprüfen.

Was kostet Genspark?

Laut Anbieter gibt es eine Gratis-Stufe mit rund 100 Credits pro Tag, Plus für 24,99 US-Dollar monatlich (10.000 Credits) und Pro für 249,99 US-Dollar (125.000 Credits). Abgerechnet wird pro Aufgabe; Credits verfallen monatlich, und in Nutzerberichten wird kritisiert, dass auch fehlgeschlagene Aufgaben Credits kosten.

Was ist „Call For Me“?

Eine Funktion, bei der ein Sprach-Agent echte Telefonanrufe führt — etwa Termine vereinbaren oder Angebote einholen. Beim geschäftlichen Einsatz in der EU greift die Transparenzpflicht aus Art. 50 der KI-Verordnung: Angerufene müssen erkennen können, dass sie mit einer KI sprechen.

Ist Genspark für Unternehmen DSGVO-tauglich?

Genspark ist ein US-Cloud-Dienst; Eingaben und Dokumente werden auf Anbieter-Infrastruktur verarbeitet und durch mehrere angebundene Modellanbieter geleitet. Vor dem Einsatz mit Personen- oder Geschäftsdaten sind Auftragsverarbeitungsvertrag, Verarbeitungsort und Trainingsausschluss zu prüfen.