InVideo AI ist ein Text-zu-Video-Editor des Unternehmens Invideo Innovation Pte. Ltd. (Sitz Singapur, Entwicklung in Mumbai, gegründet 2017): Aus einem Text-Prompt erzeugt die Plattform ein komplettes Video — Skript, Bildmaterial, Voiceover, Untertitel, Musik und Schnitt inklusive. Der Ansatz unterscheidet sich damit von reinen Videomodellen wie Sora oder Veo: InVideo generiert nicht nur einzelne Clips, sondern montiert daraus ein sendefertiges Video mit Struktur.
Funktionsumfang
Kern ist der Prompt-Workflow: Man beschreibt das gewünschte Video (“60-Sekunden-Erklärvideo über unser Wartungsangebot, sachlicher Ton, deutsche Stimme”), die Plattform schreibt das Skript, wählt Szenen, setzt Voiceover und Untertitel und schneidet das Ergebnis. Änderungen erfolgen ebenfalls per Textbefehl (“kürze die Einleitung, ersetze die Musik”) — ein klassischer Timeline-Editor steht daneben zur Verfügung.
Dazu kommen laut Anbieter: Zugriff auf aktuelle Videomodelle (u. a. Veo 3.1, Kling 3, Seedance 2.5) innerhalb der Plattform, eine iStock-Bibliothek für lizenziertes Stock-Material, Stimmklone aus kurzen Audioproben, KI-Avatare sowie seit Frühjahr 2026 eine Produktvideo-Funktion, die aus einem einzelnen Produktfoto Werbeclips und 360-Grad-Ansichten erzeugt. 2026 hat das Unternehmen zudem das indische KI-Kreativstudio GoBo Labs übernommen und mit dem Produzenten Abundantia Entertainment ein KI-Filmstudio angekündigt — die Plattform entwickelt sich vom Social-Media-Werkzeug in Richtung professioneller Produktion.
Preise und Credit-Logik
Die Preisseite des Anbieters nennt (Stand August 2026, bei Jahresabrechnung):
| Plan | Preis/Monat | Credits/Monat | Avatare & Stimmklone | iStock-Credits |
|---|---|---|---|---|
| Plus | 17 $ | 75 | 4 | 100 |
| Max | 85 $ | 390 | 16 | 200 |
| Generative | 170 $ | 800 | 40 | 1.000 |
| Elite | 900 $ | 4.250 | 200 | 5.000 |
Alle Bezahltarife exportieren ohne Wasserzeichen. Wie bei HeyGen gilt: Die Credit-Abrechnung ist die eigentliche Preisstellschraube. Generierungen mit Premium-Videomodellen verbrauchen deutlich mehr Credits als einfache Stock-Montagen — wer regelmäßig fotorealistische KI-Szenen produziert, kalkuliert realistisch eine Tarifstufe höher. Ein kostenloser Einstieg mit Wasserzeichen existiert, taugt aber nur zum Ausprobieren, nicht zur Veröffentlichung.
Datenschutz und Kennzeichnung
InVideo wird von Gesellschaften in Singapur und Indien betrieben; der Anbieter wirbt mit GDPR-, SOC-2- und ISO-27001-Konformität. Ein EU-Hosting gibt es nach unserem Kenntnisstand nicht, und die eingebundenen Videomodelle stammen von US-Anbietern wie OpenAI und Google — Prompts und hochgeladenes Material verlassen die EU also in mehrere Drittländer. Für den Unternehmenseinsatz bedeutet das: AV-Vertrag und Standardvertragsklauseln prüfen, keine personenbezogenen Daten oder Geschäftsgeheimnisse in Prompts und Uploads. Besondere Vorsicht gilt beim Stimmklonen: Stimmdaten von Mitarbeitenden sind biometrienahe Daten und gehören nur mit dokumentierter Einwilligung auf fremde Server. Den rechtlichen Rahmen beschreibt unsere Seite zu DSGVO-konformer KI. Zusätzlich gilt seit dem 02.08.2026 die Kennzeichnungspflicht nach Art. 50 EU AI Act: Realistische KI-Videos müssen als solche erkennbar sein.
Abgrenzung zur Konkurrenz
InVideo AI konkurriert in drei Richtungen. Gegen Avatar-Plattformen wie Synthesia und HeyGen, wenn es um Sprecher-Videos geht — dort sind die Spezialisten bei Avatar-Qualität und Enterprise-Compliance vorn. Gegen CapCut, wenn es um schnellen Social-Media-Schnitt geht — CapCut ist der bessere Editor für vorhandenes Material, InVideo der bessere Generator für Videos aus dem Nichts. Und gegen reine Videomodelle wie Runway, die zwar beeindruckende Einzelclips liefern, aber weder Skript noch Schnitt noch Voiceover übernehmen. InVideos Position ist der komplette Workflow: brauchbares Ergebnis ohne Schnittkenntnisse.
Einordnung für den Mittelstand
Der realistische Einsatzfall im Mittelstand ist wiederkehrender Video-Content mit begrenztem Anspruch an Markenpräzision: Social-Media-Clips, Produktvorstellungen, einfache Erklär- und Recruiting-Videos. Dafür ersetzt InVideo AI keine Agentur, wohl aber die Hürde, überhaupt mit Video anzufangen — ein Marketing-Mitarbeiter produziert damit in Stunden, wofür sonst Tage oder externe Budgets nötig wären. Wie sich das Werkzeug in eine Gesamtstrategie einfügt, zeigen unsere Übersicht der KI-Tools für Unternehmen und die Schritt-für-Schritt-Anleitung KI-Video erstellen.
Häufige Fragen
Was ist InVideo AI?
Ein Text-zu-Video-Editor: Aus einem Prompt erzeugt die Plattform ein komplettes Video mit Skript, Bildmaterial, Voiceover, Untertiteln und Musik. Betreiber ist Invideo Innovation Pte. Ltd. mit Sitz in Singapur und Entwicklung in Mumbai, gegründet 2017.
Was kostet InVideo AI?
Laut Preisseite des Anbieters (Stand August 2026, Jahresabrechnung): Plus ab 17 US-Dollar/Monat mit 75 Credits, Max 85 US-Dollar mit 390 Credits, Generative 170 US-Dollar mit 800 Credits, Elite 900 US-Dollar. Alle Bezahltarife exportieren ohne Wasserzeichen; die Generierung wird in Credits abgerechnet.
Ist InVideo AI DSGVO-konform?
Der Anbieter wirbt mit GDPR-, SOC-2- und ISO-27001-Konformität, verarbeitet Daten aber außerhalb der EU (Singapur/Indien, dazu US-Modellanbieter wie OpenAI und Google). Für den Unternehmenseinsatz heißt das: Drittlandtransfer prüfen, AV-Vertrag anfordern, keine personenbezogenen Daten in Prompts und Uploads.
InVideo AI vs. Synthesia — was ist der Unterschied?
InVideo AI ist ein generativer Allround-Editor: Prompt rein, komplettes Video mit Stock-Material und KI-Szenen raus. Synthesia ist auf Avatar-Videos spezialisiert — eine digitale Person spricht ein Skript in die Kamera, mit Enterprise-Fokus und strengerer Compliance. Für Schulungsvideos mit Sprecher ist Synthesia meist die bessere Wahl, für schnelle Marketing- und Social-Videos InVideo.
Für wen eignet sich InVideo AI?
Für Marketing-Teams im Mittelstand, die regelmäßig Social-Media-Clips, Produktvideos oder Erklärvideos brauchen, ohne Agentur oder Videoschnitt-Kenntnisse. Weniger geeignet ist es für präzise Markenführung mit gedrehtem Material — dort bleibt der Feinschnitt Handarbeit.