n8n ist ein Werkzeug zur Workflow-Automatisierung, das sich — anders als die Cloud-Dienste Make und Zapier — vollständig auf eigener Infrastruktur betreiben lässt. Über eine grafische Oberfläche werden Abläufe aus einzelnen Bausteinen (“Nodes”) zusammengesteckt: Ein Auslöser startet den Ablauf, weitere Schritte holen Daten, verarbeiten sie und geben sie an andere Systeme weiter. Der Name wird “n-eight-n” gesprochen.
Was n8n besonders macht
Drei Eigenschaften unterscheiden n8n von den bekannten Cloud-Alternativen: die grafische Bedienung, die Möglichkeit, an beliebiger Stelle eigenen Code (JavaScript oder Python) einzufügen, und der Selbstbetrieb. Damit deckt das Werkzeug sowohl einfache Verkettungen (“neue E-Mail → Eintrag in Tabelle”) als auch komplexe Logik mit Verzweigungen und eigenen Berechnungen ab — und die Daten verlassen dabei die eigene Umgebung nicht.
Vergleich zu Make und Zapier
| Merkmal | n8n | Make / Zapier |
|---|---|---|
| Betrieb | selbst gehostet oder Cloud | nur Cloud |
| Kostenmodell | pauschal / serverabhängig | pro Ausführung |
| Datenhaltung | im eigenen Haus möglich | beim Anbieter |
| Einstiegshürde | etwas höher | niedriger |
| Eigener Code | überall möglich | eingeschränkt |
Der wirtschaftliche Unterschied ist bei Volumen erheblich: Cloud-Dienste rechnen je Vorgang ab, sodass Kosten mit der Nutzung steigen. Beim Selbstbetrieb von n8n sind die laufenden Kosten dagegen an den Server gebunden und weitgehend unabhängig von der Zahl der Ausführungen.
Lizenz und Kosten
Die selbst gehostete Community-Edition ist kostenlos. Es gilt allerdings eine eigene Lizenz (“Sustainable Use License”), keine klassische Open-Source-Lizenz: Der interne Einsatz im eigenen Unternehmen ist erlaubt, das Weiterverkaufen von n8n als eigenes Produkt jedoch eingeschränkt. Wer Support und eine gehostete Variante möchte, kann kostenpflichtige Angebote von n8n nutzen. Die einzige harte Kostenposition beim Selbstbetrieb ist der Server.
n8n und KI-Agenten
n8n hat sich zu einer verbreiteten Plattform für den Bau von KI-Agenten entwickelt. Sprachmodelle lassen sich als Nodes einbinden, und über das Model Context Protocol können externe Werkzeuge angebunden werden. So entstehen Abläufe, in denen ein Modell Entscheidungen trifft und n8n die eigentlichen Aktionen ausführt — etwa Daten aus dem CRM holen, eine Antwort formulieren und versenden.
Einordnung für den Mittelstand
n8n lohnt sich, wo Datenschutz eine Rolle spielt oder wo viele Automatisierungen laufen, deren Abrechnung pro Vorgang in der Cloud teuer würde. Die etwas höhere Einstiegshürde und die Notwendigkeit, einen Server zu betreiben und zu pflegen, sind der Preis dafür — sofern das nicht eine n8n-Agentur übernimmt. Für einzelne, simple Automatisierungen ohne Datenschutzbezug kann ein Cloud-Dienst der schnellere Weg sein.
Häufige Fragen
Ist n8n kostenlos?
Die selbst gehostete Community-Edition ja. Es gilt eine eigene Lizenz, die den internen Einsatz erlaubt, das Weiterverkaufen als eigenes Produkt aber einschränkt.
Was ist der Hauptvorteil?
Der Selbstbetrieb: Die Daten bleiben im Haus, und die Kosten sind unabhängig von der Zahl der Ausführungen.
Was ist der Unterschied zwischen n8n und Zapier?
n8n lässt sich selbst hosten, rechnet nicht pro Ausführung ab und erlaubt an jeder Stelle eigenen Code in JavaScript oder Python. Zapier läuft nur in der Cloud, ist dafür im Einstieg einfacher — bei hohem Volumen wird die Abrechnung je Vorgang aber teuer.
Kann man mit n8n KI-Agenten bauen?
Ja, n8n hat sich dafür zu einer verbreiteten Plattform entwickelt: Sprachmodelle lassen sich als Nodes einbinden, externe Werkzeuge über das Model Context Protocol anbinden. So trifft das Modell Entscheidungen, während n8n die eigentlichen Aktionen ausführt.
Ist n8n Open Source?
Nicht im klassischen Sinn: Es gilt die "Sustainable Use License". Der interne Einsatz im eigenen Unternehmen ist erlaubt, das Weiterverkaufen von n8n als eigenes Produkt jedoch eingeschränkt.
Für wen lohnt sich n8n?
Für Betriebe, bei denen Datenschutz eine Rolle spielt oder viele Automatisierungen laufen, deren Abrechnung pro Vorgang in der Cloud teuer würde. Der Preis dafür sind die etwas höhere Einstiegshürde und der Betrieb eines eigenen Servers.
