OpenClaw ist ein quelloffener Personal-KI-Agent, der auf dem eigenen Server oder Rechner läuft und sich über Messenger wie WhatsApp, Telegram, Signal oder Discord steuern lässt. Entwickelt vom österreichischen Programmierer Peter Steinberger, wurde das Projekt Anfang 2026 unter dem Namen Clawdbot schlagartig bekannt und zählte im März 2026 rund 247.000 Sterne auf GitHub. Anders als Cloud-Chatbots hat OpenClaw echten Zugriff auf das System, auf dem er läuft — er liest Dateien, führt Kommandos aus und erledigt Aufträge über mehrere Schritte hinweg. Wir betreiben OpenClaw selbst produktiv auf einem eigenen Server; die Einordnung auf dieser Seite beruht auf eigener Betriebserfahrung.
Von Clawdbot über Moltbot zu OpenClaw
Die Umbenennungsgeschichte ist Teil des Phänomens. Nach einer Markenrechtsbeschwerde von Anthropic (wegen der Nähe zum Namen „Claude”) wurde Clawdbot am 27. Januar 2026 in Moltbot umbenannt — nur drei Tage später folgte am 30. Januar 2026 der heutige Name OpenClaw. Wer heute nach Clawdbot oder Moltbot sucht, sucht dieselbe Software.
| Name | Zeitraum | Anlass |
|---|---|---|
| Clawdbot | bis 27.01.2026 | viraler Durchbruch unter diesem Namen |
| Moltbot | 27.–30.01.2026 | Markenrechtsbeschwerde von Anthropic |
| OpenClaw | seit 30.01.2026 | endgültiger Name |
Wie OpenClaw funktioniert
OpenClaw ist in TypeScript geschrieben und steht unter MIT-Lizenz. Ein eigenes Sprachmodell bringt die Software nicht mit: Als Steuerzentrale dient ein per API angebundenes LLM (etwa Claude oder GPT), dessen Nutzung laufende Kosten verursacht. Fähigkeiten werden über sogenannte Skills nachgerüstet — Anleitungsdateien, die dem Agenten erklären, wie eine Aufgabe zu erledigen ist. Damit ist OpenClaw ein typischer KI-Agent: Er erhält ein Ziel per Chatnachricht, plant die Schritte selbst und nutzt dafür die Werkzeuge des Systems, auf dem er läuft.
Sicherheit und Datenschutz: die kritische Seite
Genau dieser Systemzugriff ist das zentrale Risiko. Sicherheitsforscher von SecurityScorecard fanden über 135.000 offen aus dem Internet erreichbare OpenClaw-Instanzen in 82 Ländern; vor Version 2026.1.29 lief die Software standardmäßig ohne Authentifizierung. Snyk stellte in rund 36 Prozent der geprüften Community-Skills Prompt-Injection-Muster fest, und eine Schwachstelle (CVE-2026-25253, CVSS 8.8) erlaubte zeitweise Codeausführung per Klick. Microsoft, Cisco und weitere Hersteller haben Sicherheitshinweise veröffentlicht. Das Grundproblem ist die Kombination aus Zugriff auf private Daten, Kontakt mit fremden Inhalten und der Fähigkeit, nach außen zu kommunizieren — jede E-Mail oder Webseite, die der Agent liest, kann versteckte Anweisungen enthalten.
Für Unternehmen kommt die DSGVO hinzu: Verarbeitet der Agent Kundendaten, laufen diese über die angebundene Modell-API — inklusive Auftragsverarbeitung und Drittlandfragen. Kommuniziert er mit Kunden, greift zudem die Transparenzpflicht aus Art. 50 EU AI Act. Mehr dazu unter DSGVO-konforme KI.
Einordnung für den Mittelstand
Für Unternehmen mit 20–500 Mitarbeitern ist OpenClaw ein spannendes Experimentierfeld, aber kein Produkt von der Stange. Es gibt keinen Hersteller-Support, keine Haftung und keine fertige Mandantentrennung — dafür volle Kontrolle über Ablauf und Datenhaltung auf eigener Infrastruktur. Sinnvoll ist der Einsatz zunächst für interne Assistenzaufgaben ohne Kundendaten, auf einem isolierten Server mit eigenem Benutzerkonto, ohne Zugriff auf produktive Systeme. Wer prüfen möchte, ob und wie sich ein solcher Agent sicher in die eigenen Abläufe einfügt, kann das mit uns in einem Erstgespräch durchspielen — wir kennen die Fallstricke aus dem eigenen Betrieb.