Ein Prompt ist die Eingabe, mit der ein Sprachmodell beauftragt wird — von einer knappen Frage bis zu einer mehrseitigen Anweisung mit Kontext und Beispielen. Der Prompt steuert das Ergebnis vollständig: Das Modell besitzt kein Wissen über Ihre Absicht außer dem, was im Prompt steht.
Was einen guten Prompt ausmacht
Ein brauchbarer Prompt beantwortet dem Modell sechs Fragen, bevor es raten muss:
| Bestandteil | Beantwortet die Frage |
|---|---|
| Rolle | Aus welcher Perspektive? |
| Aufgabe | Was genau soll geschehen? |
| Kontext | Welche Hintergrundinformationen? |
| Format | Wie soll das Ergebnis aussehen? |
| Beispiele | Wie sieht ein gutes Ergebnis aus? |
| Grenzen | Was ausdrücklich nicht? |
Der wirksamste Hebel ist fast immer der Kontext. Ein Modell kennt Ihr Unternehmen, Ihre Kunden und Ihre internen Regeln nicht — es sei denn, sie stehen im Prompt. Ein Satz Hintergrund verbessert das Ergebnis oft mehr als jede Umformulierung der eigentlichen Frage.
Nützliche Techniken
Einige wiederkehrende Muster haben sich bewährt:
- Beispiele mitgeben — statt eine Vorgabe zu beschreiben, ein oder zwei fertige Beispiele zeigen. Das Modell orientiert sich daran zuverlässiger als an einer abstrakten Regel.
- In Schritten denken lassen — bei mehrstufigen Aufgaben die Aufforderung ergänzen, den Lösungsweg zu erläutern. Das verbessert die Genauigkeit merklich.
- Format vorgeben — wird eine Tabelle, eine Liste oder ein Datensatz benötigt, sollte das ausdrücklich verlangt werden.
System-Prompt
Viele Anwendungen erlauben einen dauerhaften Prompt, der bei jeder Eingabe unsichtbar mitgegeben wird — den System-Prompt. Dort gehören Tonalität, Unternehmensangaben und wiederkehrende Regeln hin, statt sie jedes Mal neu zu formulieren. Er legt das Verhalten für die gesamte Sitzung fest.
Wer das systematisch für wiederkehrende Aufgaben aufsetzt, betreibt Prompt Engineering. Sollen Prompts auf firmeneigene Dokumente zugreifen, führt der Weg zu RAG.
