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RAG (Retrieval Augmented Generation) einfach erklärt

RAG kombiniert ein Sprachmodell mit einer Suche in eigenen Dokumenten. Die Technik hinter Wissensassistenten — verständlich erklärt.

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RAG (Retrieval Augmented Generation) einfach erklärt

Retrieval Augmented Generation (RAG) bezeichnet ein Verfahren, bei dem ein Sprachmodell vor der Antwort in einer eigenen Dokumentensammlung nachschlägt und nur die gefundenen Stellen als Grundlage nutzt. Statt allein aus dem Trainingswissen zu antworten, arbeitet das Modell mit Ihren tatsächlichen Inhalten — Handbüchern, Richtlinien, Verträgen. RAG ist damit die gängigste Technik hinter unternehmensinternen Wissensassistenten.

Wie es abläuft

  1. Ihre Dokumente werden in Abschnitte zerlegt und in eine durchsuchbare Form gebracht — meist eine Vektordatenbank, die nach inhaltlicher Ähnlichkeit statt nach exakten Stichworten sucht.
  2. Bei einer Frage werden die passendsten Abschnitte herausgesucht.
  3. Diese Abschnitte werden dem LLM zusammen mit der Frage übergeben.
  4. Das Modell antwortet auf Basis dieser Stellen und nennt idealerweise die Quelle.

Abgrenzung zum Fine-Tuning

MerkmalRAGFine-Tuning
Was wird geändertNur die Eingabe zur LaufzeitDas Modell selbst
AufwandGering bis mittelHoch
Wissen aktualisierenDokument austauschenNeu trainieren
BelegbarkeitQuelle wird mitgeliefertNicht nachvollziehbar

Für Unternehmenswissen ist RAG fast immer der bessere Weg: Es lässt das Modell unverändert und gibt ihm das Wissen erst im Moment der Frage mit. Reicht schon ein kurzer Hinweis im Prompt, genügt oft einfaches Prompt Engineering; Fine-Tuning lohnt sich erst bei sehr speziellen Anforderungen.

Warum das der übliche Weg ist

RAG löst drei Probleme auf einmal: Das Modell kennt Ihre internen Informationen, die Antworten sind belegbar, und neue Dokumente lassen sich hinzufügen, ohne das Modell neu zu trainieren. Für einen nützlichen Assistenten reichen häufig schon 50 bis 200 gut gepflegte Dokumente — die Qualität des Bestands zählt mehr als die Menge.

Wo es scheitert

Nicht an der Technik, sondern am Dokumentenbestand. Widersprüchliche Versionen, veraltete Stände und schlecht strukturierte Dateien führen zu Antworten, die falsch und trotzdem überzeugend klingen. Ein kleiner, gepflegter Bestand schlägt einen großen ungepflegten.

Einordnung für den Mittelstand

RAG ist der pragmatische Einstieg, um vorhandenes Firmenwissen nutzbar zu machen — etwa im Wissensmanagement oder im internen Support. Die laufenden Kosten hängen an der Menge der verarbeiteten Token: Je mehr Dokumentabschnitte pro Frage mitgegeben werden, desto teurer die einzelne Antwort. Ein sauber abgegrenzter Anwendungsfall hält beides — Kosten und Fehlerquote — niedrig.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zu Fine-Tuning?

Fine-Tuning verändert das Modell selbst und ist aufwendig. RAG lässt das Modell unverändert und gibt ihm Wissen zur Laufzeit mit — für Unternehmenswissen fast immer der bessere Weg.

Wie viele Dokumente braucht ein RAG-System?

Oft reichen 50 bis 200 gut gepflegte Dokumente für einen nützlichen Assistenten.

Wie funktioniert RAG technisch?

Die Dokumente werden in Abschnitte zerlegt und in eine durchsuchbare Form gebracht, meist eine Vektordatenbank, die nach inhaltlicher Ähnlichkeit sucht. Bei einer Frage werden die passendsten Abschnitte herausgesucht und dem Sprachmodell zusammen mit der Frage übergeben — das Modell antwortet dann auf Basis dieser Stellen und nennt idealerweise die Quelle.

Warum scheitern RAG-Projekte?

Selten an der Technik, meist am Dokumentenbestand: Widersprüchliche Versionen, veraltete Stände und schlecht strukturierte Dateien führen zu Antworten, die falsch und trotzdem überzeugend klingen. Vor dem Start sollte geklärt sein, welche Dokumentversion gilt und was archiviert gehört.

Verhindert RAG Halluzinationen?

Es reduziert sie, weil das Modell mit den tatsächlichen Inhalten arbeitet und die Antworten belegbar sind — die Quelle wird mitgeliefert. Bei einem ungepflegten Bestand kann das System aber weiterhin falsche Aussagen erzeugen, die überzeugend klingen.

Was kostet der Betrieb eines RAG-Systems?

Die laufenden Kosten hängen an der Menge der verarbeiteten Token: Je mehr Dokumentabschnitte pro Frage an das Modell übergeben werden, desto teurer die einzelne Antwort. Ein sauber abgegrenzter Anwendungsfall hält Kosten und Fehlerquote niedrig.