Glossar

KI-Risikoklassen nach EU AI Act

Der EU AI Act teilt KI-Systeme in vier Risikoklassen von verboten bis minimal. Übersicht mit Beispielen, Pflichten und wie Sie Ihre Anwendungen einstufen.

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KI-Risikoklassen nach EU AI Act

KI-Risikoklassen sind die vier Stufen, in die der EU AI Act KI-Systeme je nach Gefährdungspotenzial einteilt. Von der Einstufung hängen die Pflichten ab: Sie reichen von einem vollständigen Verbot über umfangreiche Auflagen bis hin zu gar keinen besonderen Vorgaben. Maßgeblich ist dabei der Einsatzzweck einer Anwendung, nicht das Werkzeug an sich.

Die vier Klassen im Überblick

KlasseBeispielePflichten
Unannehmbar (verboten)Social Scoring durch Behörden, Emotionserkennung am ArbeitsplatzEinsatz untersagt
HochrisikoPersonalauswahl, Kreditprüfung, kritische InfrastrukturRisikomanagement, Konformitätsbewertung
BegrenztChatbots, generierte Inhalte, DeepfakesTransparenzpflichten (Art. 50)
MinimalTextassistenz, Übersetzung, ZusammenfassungKeine, außer KI-Kompetenz

Was die Klassen bedeuten

Unannehmbares Risiko. Verbotene Praktiken wie Social Scoring durch Behörden, Emotionserkennung am Arbeitsplatz und in Bildungseinrichtungen, biometrische Kategorisierung nach sensiblen Merkmalen sowie bestimmte Formen der Echtzeit-Fernidentifizierung. Diese Systeme dürfen nicht eingesetzt werden.

Hochrisiko. Personalauswahl, Kreditwürdigkeitsprüfung, Zugang zu Bildung, kritische Infrastruktur, Strafverfolgung, Teile der Verwaltung sowie KI als Sicherheitskomponente regulierter Produkte. Hier gelten umfangreiche Pflichten von der Risikobewertung bis zur Konformitätsbewertung.

Begrenztes Risiko. Systeme, die mit Menschen interagieren oder Inhalte erzeugen — Chatbots, KI-generierte Texte und Bilder, Deepfakes. Es greifen Transparenzpflichten nach Artikel 50: Nutzer müssen erkennen können, dass sie es mit KI zu tun haben.

Minimales Risiko. Der Großteil betrieblicher Anwendungen — Textassistenz, Übersetzung, Zusammenfassungen. Keine besonderen Pflichten außer der übergreifenden Anforderung an KI-Kompetenz im Unternehmen.

Wie eingestuft wird

Die Einstufung nimmt das Unternehmen selbst vor, anhand der Kriterien der Verordnung. Entscheidend ist der konkrete Zweck: Ein allgemeines Werkzeug wie ChatGPT im Büro fällt in der Regel unter minimales Risiko — wer damit aber Bewerbungen bewertet, landet im Hochrisikobereich. Die Einschätzung sollte dokumentiert werden, um im Zweifel belegbar zu sein.

Einordnung für den Mittelstand

Für die meisten mittelständischen Unternehmen fallen alle Anwendungen in die unteren beiden Klassen. Die wichtigste Ausnahme ist der Personalbereich. Wer die Systematik und die Fristen genauer verstehen will, findet die Details in unserer Übersicht zum EU AI Act. Wo die Einordnung im Einzelfall unklar ist, hilft eine dokumentierte Bewertung im Rahmen einer KI-Beratung, spätere Nachweispflichten abzusichern.

Häufige Fragen

In welche Klasse fällt ChatGPT im Büro?

Als allgemeines Werkzeug in der Regel minimales Risiko. Entscheidend ist der Einsatzzweck, nicht das Werkzeug — wer damit Bewerbungen bewertet, landet in einer anderen Klasse.

Wer stuft ein?

Das Unternehmen selbst, anhand der Kriterien der Verordnung. Die Einschätzung sollte dokumentiert werden.

Welche vier Risikoklassen gibt es im EU AI Act?

Unannehmbares Risiko (verboten), Hochrisiko (umfangreiche Auflagen), begrenztes Risiko (Transparenzpflichten) und minimales Risiko (keine besonderen Vorgaben außer der KI-Kompetenz). Maßgeblich für die Einstufung ist der Einsatzzweck, nicht das Werkzeug.

Welche KI-Systeme sind verboten?

Praktiken der Klasse mit unannehmbarem Risiko: Social Scoring durch Behörden, Emotionserkennung am Arbeitsplatz und in Bildungseinrichtungen, biometrische Kategorisierung nach sensiblen Merkmalen sowie bestimmte Formen der Echtzeit-Fernidentifizierung.

Was gilt als Hochrisiko-KI?

Unter anderem Personalauswahl, Kreditwürdigkeitsprüfung, Zugang zu Bildung, kritische Infrastruktur, Strafverfolgung und KI als Sicherheitskomponente regulierter Produkte. Hier gelten Pflichten von der Risikobewertung bis zur Konformitätsbewertung.

Welche Pflichten gelten bei begrenztem Risiko?

Transparenzpflichten nach Artikel 50: Nutzer müssen erkennen können, dass sie es mit KI zu tun haben. Betroffen sind Systeme, die mit Menschen interagieren oder Inhalte erzeugen — Chatbots, KI-generierte Texte und Bilder, Deepfakes.