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n8n vs. Make vs. Zapier: der ehrliche Vergleich

Welches Automatisierungswerkzeug passt wann? Vergleich nach Datenhaltung, Kosten, Flexibilität und Einstiegshürde — mit Beispielrechnung.

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n8n vs. Make vs. Zapier: der ehrliche Vergleich

n8n, Make und Zapier automatisieren nach derselben Grundmechanik — ein Auslöser startet eine Kette von Aktionen —, unterscheiden sich aber in Datenhaltung, Abrechnungslogik und Flexibilität; nur n8n kann vollständig auf eigener Infrastruktur laufen. Fast alle Vergleiche stammen zudem von einem der Anbieter selbst oder sind auf Englisch geschrieben. Der Blick eines deutschen Mittelständlers zählt deshalb doppelt: Datenhaltung, Kosten, Flexibilität und die oft übersehene Frage, wer das Ganze in zwei Jahren pflegt.

Die drei Werkzeuge im Überblick

Alle drei gehören zur Kategorie der Workflow-Automatisierung — sie verbinden Apps und Dienste, ohne dass für jeden Schritt eigener Code nötig ist. Die Unterschiede liegen im Detail und werden erst bei Volumen und sensiblen Daten teuer.

Was sie gemeinsam haben

Ein Auslöser (etwa eine neue E-Mail, ein Formulareingang, ein Zeitplan) startet eine Kette von Aktionen: auslesen, prüfen, weiterleiten, eintragen. Diese Grundmechanik ist bei allen dreien identisch. Der Unterschied liegt in Datenhaltung, Abrechnungslogik und Flexibilität bei verzweigter Logik.

Der Direktvergleich

n8nMakeZapier
Selbst hostbarjaneinnein
Einstiegshürdemittelniedrigsehr niedrig
Fertige Anbindungenvielesehr vieleam meisten
Komplexe Logiksehr gutguteingeschränkt
Eigener Codejabegrenztbegrenzt
AbrechnungServer (self-hosted)je Operationje Task
Daten in eigener Handmöglichneinnein

Wofür jedes Werkzeug steht

Zapier ist der Einstieg für alle, die schnell etwas Einfaches verbinden wollen und die Datenfrage nicht drückt. Make bietet mehr visuelle Kontrolle über verzweigte Abläufe zu moderaten Kosten. n8n ist die einzige Option, die vollständig im eigenen Haus laufen kann — mit dem Preis, dass jemand den Server betreiben muss.

Felix Wilhelm prüft am Bildschirm einen Ablauf aus verbundenen Schritten

Die Kostenrechnung

Der wichtigste Unterschied ist die Abrechnungslogik. Zapier zählt Tasks, Make zählt Operationen, n8n self-hosted zählt gar nichts — es läuft auf Ihrem Server zum Fixpreis.

Ein durchgerechnetes Beispiel

Ein Ablauf verarbeitet täglich 200 eingehende E-Mails mit je vier Verarbeitungsschritten.

PlattformRechnungVolumen/MonatKostenordnung
Zapier200 × 4 × 3024.000 Tasksdeutlich über Einsteigertarif
Make200 × 4 × 3024.000 Opsgünstiger je Einheit, mittlerer Tarif
n8n self-hostedServer fixunbegrenzt10–30 € Serverkosten

Bei wenigen hundert Ausführungen im Monat ist der Unterschied unerheblich. Ab einigen tausend kippt die Rechnung deutlich zugunsten der selbst gehosteten Variante — dann steht dem festen Serverpreis eine mit dem Volumen wachsende Lizenzrechnung gegenüber.

n8n selbst betreiben — der praktische Teil

Wer die self-hosted-Variante erwägt, sollte wissen, wie niedrig die technische Einstiegshürde für einen Test wirklich ist.

Start in fünf Minuten

Der schnellste Weg für einen ersten Test ist ein Docker-Container. Auf einem kleinen Server oder lokal:

docker run -it --rm \
  --name n8n \
  -p 5678:5678 \
  -v n8n_data:/home/node/.n8n \
  docker.n8n.io/n8nio/n8n

Danach ist die Oberfläche unter http://localhost:5678 erreichbar. Das -v-Volume sorgt dafür, dass Ihre Abläufe einen Neustart überleben und nicht bei jedem Container-Neustart verloren gehen.

Produktiv absichern

Für den Dauerbetrieb kommen ein paar Umgebungsvariablen dazu — ein Schlüssel für verschlüsselte Zugangsdaten und ein aufgeräumter Verlauf:

docker run -d --name n8n --restart unless-stopped \
  -p 5678:5678 \
  -e N8N_ENCRYPTION_KEY="<langer-zufallswert>" \
  -e EXECUTIONS_DATA_PRUNE=true \
  -e EXECUTIONS_DATA_MAX_AGE=168 \
  -v n8n_data:/home/node/.n8n \
  docker.n8n.io/n8nio/n8n

Damit läuft n8n dauerhaft, startet nach einem Serverneustart automatisch (--restart unless-stopped) und räumt Ausführungsdaten nach sieben Tagen (168 Stunden) auf. Ohne das Pruning läuft die Datenbank bei hohem Volumen voll.

Die Entscheidungsfrage

Nicht „welches ist das beste”, sondern welche Einschränkung für Sie die teuerste ist. Die Antwort fällt je nach Engpass eindeutig aus.

Nach Engpass entscheiden

  • Datenschutz ist der Engpass → n8n. Die einzige Option, die vollständig im eigenen Haus läuft. Für sensible Daten oft die einzig tragfähige Wahl, siehe DSGVO-konforme KI.
  • Schnelligkeit ist der Engpass → Zapier oder Make. Ein erster Ablauf steht in einer Stunde, ganz ohne Serverbetrieb.
  • Komplexität ist der Engpass → n8n oder Make. Zapier stößt bei verzweigter Logik schnell an Grenzen.
  • Sie nutzen ohnehin Microsoft 365 → zuerst prüfen, wie weit das oft bereits lizenzierte Power Automate trägt, bevor ein weiteres Werkzeug dazukommt.

Was in Vergleichen meist fehlt

Wer pflegt das in zwei Jahren? Ein selbst gehostetes n8n braucht Updates und Backups. Ist im Haus niemand zuständig und auch keine n8n-Agentur beauftragt, sind die eingesparten Lizenzkosten nur verschoben — vom Lizenzbudget in versteckten Betriebsaufwand. Wie kommt man wieder raus? Abläufe lassen sich zwischen den Plattformen nicht übertragen; ein Wechsel ist reine Handarbeit. Das sollte für die Erstentscheidung mehr Gewicht haben, als ihm üblicherweise gegeben wird.

Welche der drei zu Ihren konkreten Abläufen passt, lässt sich am schnellsten im Erstgespräch klären. Grobe Budgetrahmen für die Einrichtung stehen unter was KI kostet.

Quellen: n8n-Dokumentation · Verordnung (EU) 2016/679 (EUR-Lex)

Häufige Fragen

Kann man von Zapier zu n8n migrieren?

Ja, aber es ist Handarbeit — Abläufe müssen neu gebaut werden.

Was ist mit Datenschutz bei Make und Zapier?

Beide bieten Auftragsverarbeitung an. Die Verarbeitung findet aber außerhalb Ihrer Infrastruktur statt, was bei sensiblen Daten die Diskussion verlängert.

Was ist der Unterschied zwischen n8n, Make und Zapier?

Die Grundmechanik ist identisch: Ein Auslöser startet eine Kette von Aktionen. Die Unterschiede liegen in Datenhaltung, Abrechnungslogik und Flexibilität — n8n ist die einzige Option, die vollständig auf eigener Infrastruktur laufen kann.

Was kostet n8n self-hosted?

Es fallen keine nutzungsabhängigen Lizenzkosten an, nur der Server mit etwa 10 bis 30 Euro im Monat. Dafür muss jemand im Haus Updates und Backups übernehmen — dieser Betriebsaufwand gehört in die Rechnung.

Ab welchem Volumen lohnt sich n8n gegenüber Zapier?

Bei wenigen hundert Ausführungen im Monat ist der Unterschied unerheblich. Ab einigen tausend kippt die Rechnung deutlich, weil bei Zapier und Make die Lizenzkosten mit dem Volumen wachsen, während der Serverpreis fix bleibt.

Welches Tool ist für Einsteiger am einfachsten?

Zapier hat die niedrigste Einstiegshürde und die meisten fertigen Anbindungen — ein erster Ablauf steht in einer Stunde. Bei verzweigter Logik stößt es allerdings schneller an Grenzen als Make oder n8n.