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Was kostet ein KI-Projekt? Drei Beispiele durchgerechnet

Drei reale Projektgrößen mit Aufwand, Kosten und Amortisation — von der einfachen Automatisierung bis zum Wissensassistenten.

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Was kostet ein KI-Projekt? Drei Beispiele durchgerechnet

Ein KI-Projekt im Mittelstand kostet einmalig zwischen rund 2.000 und 20.000 Euro: Ein KI-Telefonassistent liegt bei 2.000–5.000 €, die automatisierte Belegerfassung bei 5.000–8.000 €, ein interner Wissensassistent bei 12.000–20.000 € — jeweils plus laufender Modellnutzung. Pauschale Antworten auf die Kostenfrage helfen darüber hinaus nicht: Drei durchgerechnete Beispiele zeigen realistische Größenordnungen für typische Vorhaben im Mittelstand – vom einfachen Ablauf bis zum Wissensassistenten.

Beispiel 1: Belegerfassung automatisieren

Ausgangslage und Aufwand

400 Eingangsrechnungen im Monat, je 4 Minuten manuelle Erfassung. Die KI liest die Belege aus und übergibt die Daten an die Buchhaltung. Der Vorgang ist häufig, gleichförmig und gut abgegrenzt – genau das Profil, das sich zum Einstieg eignet.

PositionAufwandKosten
Analyse und Konzept1 Tagim Paket
Umsetzung und Anbindung3–5 Tageim Paket
Test und Korrekturen2 Tageim Paket
Einmalig gesamt6–8 Tage5.000–8.000 €
Laufend (Modellnutzung)20–40 €/Monat

Ersparnis und Amortisation

400 Belege × 3 gesparte Minuten = 20 Stunden im Monat. Bei einem Verrechnungssatz von 45 €/Std. sind das rund 900 € monatlich. Die Amortisation liegt bei 6 bis 9 Monaten – danach arbeitet die Automatisierung im Plus. Rechnet man den geringeren Fehleranteil bei der Erfassung hinzu, verschiebt sich das Verhältnis noch etwas weiter zugunsten des Projekts.

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Beispiel 2: KI-Telefonassistent

Ausgangslage und Aufwand

Handwerksbetrieb, 25 Anrufe täglich, davon 8 unbeantwortet. Der Assistent nimmt Anrufe an, erfasst Anliegen und Termine und legt sie strukturiert ab.

PositionAufwandKosten
Einrichtung inkl. Telefonanlage und Kalender2–4 Tage2.000–5.000 €
Laufend (Grundgebühr + Minuten)150–350 €/Monat

Ersparnis und Amortisation

Schwer in Stunden zu fassen. Entscheidend sind die aufgefangenen Anrufe: Führen davon zwei pro Woche zu einem Auftrag, der sonst verloren gewesen wäre, trägt sich das deutlich. Amortisation typischerweise 3 bis 6 Monate – bei auftragsstarken Betrieben schneller. Der Rechenweg läuft hier nicht über gesparte Minuten, sondern über den Deckungsbeitrag der gewonnenen Aufträge.

Beispiel 3: Interner Wissensassistent

Ausgangslage und Aufwand

60 Servicemitarbeiter, häufige Rückfragen an erfahrene Kollegen. Ein RAG-System macht Handbücher und Anweisungen durchsuchbar und beantwortet Standardfragen mit Verweis auf die Quelle.

PositionAufwandKosten
Dokumentensichtung und Aufbereitung5–10 Tagegrößter Posten
Technischer Aufbau3–5 Tageim Paket
Berechtigungen und Test2–4 Tageim Paket
Einmalig gesamt10–19 Tage12.000–20.000 €
Laufend100–300 €/Monat

Ersparnis und Amortisation

Schwerer messbar. Typisch sind deutlich kürzere Einarbeitung und weniger Unterbrechungen erfahrener Kollegen. Amortisation 9 bis 18 Monate – stark abhängig von der Dokumentenqualität. Sind die Unterlagen veraltet oder widersprüchlich, verschiebt sich alles nach hinten, weil dann erst aufgeräumt werden muss, bevor das System zuverlässig antwortet.

Das Muster hinter allen drei Fällen

Der größte Posten ist nicht die KI

In allen drei Beispielen entfällt der größte Teil des Aufwands nicht auf das Modell, sondern auf Anbindung, Datenaufbereitung und Test. Die Modellnutzung selbst ist mit 20 bis 300 € im Monat der kleinste Kostenblock. Das ist der Grund, warum eine Bestandsaufnahme vor die Kostenschätzung gehört – prüfen Sie die Voraussetzungen vorab mit dem KI-Readiness-Check.

Was Projekte teuer macht

Vier Faktoren treiben die Kosten: fehlende Schnittstellen, unsaubere Stammdaten, unklare Prozesse und zu viele Sonderfälle. Alle vier lassen sich vorher erkennen – deshalb ist die Analyse keine Formalie, sondern der Hebel mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Wirkung.

KostentreiberWirkung auf den AufwandErkennbar durch
Fehlende APIVerdopplung möglichSystemprüfung vorab
Unsaubere StammdatenWochen zusätzlichDatenstichprobe
Unklarer ProzessNacharbeit im BetriebProzessgespräch
Viele Sonderfällelaufende PflegeVorgangsanalyse

Förderung und Einordnung

Was sich fördern lässt

Der Schulungsanteil eines KI-Projekts ist über das Qualifizierungschancengesetz je nach Betriebsgröße bis zu 100 Prozent förderfähig; für die Umsetzung gibt es je nach Bundesland Digitalisierungs- und Beratungsprogramme. Einen Überblick gibt die KI-Förderung. Wichtig: Antrag immer vor Projektbeginn – nachträglich gibt es praktisch nichts.

Vollkosten statt Angebotspreis

Zur Vollkostenbetrachtung gehört auch die Pflicht zur KI-Kompetenz aus dem EU AI Act seit dem 02.02.2025; mehr unter KI-Schulungspflicht. Der Angebotspreis eines Dienstleisters ist nicht die Gesamtkostenrechnung – laufende Modellnutzung, interne Betreuung und Qualifizierung gehören dazu. Wer eine belastbare Zahl für das eigene Vorhaben braucht, bekommt sie am schnellsten im Erstgespräch – auf Basis der konkreten Ausgangslage statt einer Pauschale.

Quellen: Verordnung (EU) 2024/1689 (EUR-Lex) · Bundesagentur für Arbeit: Förderung von Weiterbildung

Häufige Fragen

Kann man das auch kleiner anfangen?

Ja. Ein einzelner einfacher Ablauf liegt oft im niedrigen vierstelligen Bereich und liefert bereits belastbare Zahlen.

Gibt es Förderung?

Für den Schulungsanteil regelmäßig, für Umsetzung je nach Bundesland.

Was kostet ein typisches KI-Projekt im Mittelstand?

Als Größenordnungen aus drei durchgerechneten Beispielen: eine automatisierte Belegerfassung 5.000 bis 8.000 Euro, ein KI-Telefonassistent 2.000 bis 5.000 Euro Einrichtung plus 150 bis 350 Euro monatlich, ein interner Wissensassistent 12.000 bis 20.000 Euro.

Wie schnell amortisiert sich ein KI-Projekt?

In den drei Beispielen zwischen 3 und 18 Monaten: der Telefonassistent typischerweise in 3 bis 6, die Belegerfassung in 6 bis 9, der Wissensassistent in 9 bis 18 Monaten — Letzterer stark abhängig von der Qualität der vorhandenen Dokumente.

Was macht KI-Projekte teuer?

Vier Faktoren: fehlende Schnittstellen, unsaubere Stammdaten, unklare Prozesse und zu viele Sonderfälle. Alle vier lassen sich vor Projektstart erkennen — eine fehlende API kann den Aufwand verdoppeln, unsaubere Stammdaten kosten Wochen.

Wie hoch sind die laufenden Kosten?

Die Modellnutzung selbst ist mit 20 bis 300 Euro im Monat der kleinste Kostenblock. Zur Vollkostenbetrachtung gehören daneben interne Betreuung und die Qualifizierung der Mitarbeiter — der Angebotspreis des Dienstleisters ist nicht die Gesamtrechnung.