Claude (in Suchanfragen häufig auch fälschlich „Clawd AI“ geschrieben) ist der KI-Assistent des US-amerikanischen Unternehmens Anthropic. Er basiert auf großen Sprachmodellen (LLM) und gilt als besonders stark bei der Verarbeitung langer Dokumente, beim präzisen Befolgen komplexer Vorgaben und bei Programmieraufgaben. Aktuelle Modellstufen sind Fable 5 (neue Mythos-Klasse, Spitzenmodell), Opus 5, Sonnet 5 und Haiku 4.5 — eine Gegenüberstellung bietet der Modellvergleich. Anthropic wurde 2021 gegründet und legt den Schwerpunkt auf verlässliche, nachvollziehbare Ausgaben.
Modellfamilie und Funktionsweise
Claude erscheint in mehreren Modellgrößen, die nach Leistung und Kosten gestaffelt sind: schnelle, günstige Varianten (Haiku), ausgewogene (Sonnet) und die leistungsstärksten (Opus). Alle sind multimodal, verarbeiten also Text und Bilder, und verfügen über ein großes Kontextfenster von bis zu 200.000 Token. Das reicht, um umfangreiche Verträge, Berichte oder ganze Codebasen in einem Durchgang zu erfassen. Ein Token entspricht dabei grob einem Wortteil.
Tarife
| Tarif | Zielgruppe | AV-Vertrag / kein Training |
|---|---|---|
| Free | Test, Einzelnutzung | nein |
| Pro (~18–20 €/Monat) | Einzelpersonen | nur per Widerspruch |
| Team (pro Platz) | kleine Teams | ja |
| Enterprise | Unternehmen, individuell | ja |
Wie bei allen Anbietern gilt: Erst ab den Geschäftstarifen (Team, Enterprise) gibt es einen Auftragsverarbeitungsvertrag und den vertraglichen Ausschluss, dass Eingaben zum Training genutzt werden. Bei den Endkundentarifen (Free, Pro) ist dem im Standard nur per Widerspruch (Opt-out) zu begegnen.
Abgrenzung zu ChatGPT
Gegenüber ChatGPT ist das Ökosystem von Claude kleiner: weniger vorgefertigte Integrationen, weniger deutschsprachiges Material, kein vergleichbarer Marktplatz. Dafür ist die Qualität bei textlastiger Facharbeit und beim strikten Einhalten von Formatvorgaben häufig überlegen. Wer beide Werkzeuge vergleicht, findet die Details im Ratgeber Claude vs. ChatGPT. In der Praxis setzen viele Unternehmen beides parallel ein und wählen je Aufgabe das passende Modell.
Einordnung für den Mittelstand
Claude eignet sich besonders für Aufgaben rund um Sprache und Dokumente: Angebote und Berichte formulieren, Verträge und Ausschreibungen zusammenfassen, lange Texte prüfen. Die deutschsprachige Ausgabe ist sehr gut; dass Teile der Oberfläche englisch sind, behindert die tägliche Arbeit kaum. Über die Claude API lässt sich derselbe Assistent zudem in eigene Abläufe und Automatisierungen einbinden.
Grenzen
Wie jedes Sprachmodell kann Claude halluzinieren, also falsche Angaben überzeugend darstellen. Ausgaben mit rechtlicher oder finanzieller Tragweite gehören geprüft. Zudem verarbeitet der Anbieter die Eingaben auf eigenen Servern, was bei sensiblen Daten die Wahl eines Geschäftstarifs mit AV-Vertrag voraussetzt. Für den strukturierten Einsatz im Betrieb lohnt ein Blick auf die Seite Claude im Unternehmen.
Häufige Fragen
Ist Claude besser als ChatGPT?
Je nach Aufgabe. Bei langen Dokumenten und präzisem Befolgen von Vorgaben häufig ja, bei Integrationen und Zusatzfunktionen eher nicht.
Gibt es Claude auf Deutsch?
Die Sprachfähigkeit im Deutschen ist sehr gut, die Oberfläche teilweise englisch. Für die tägliche Arbeit kein Hindernis.
Was kostet Claude?
Es gibt einen kostenlosen Einstieg, den Pro-Tarif für Einzelpersonen (etwa 18–20 Euro monatlich) sowie Team- und Enterprise-Tarife mit Abrechnung pro Platz beziehungsweise individueller Vereinbarung. Für den Unternehmenseinsatz sind die Geschäftstarife die relevante Wahl.
Ist Claude datenschutzkonform im Unternehmen nutzbar?
Erst die Geschäftstarife Team und Enterprise bieten einen Auftragsverarbeitungsvertrag und den vertraglichen Ausschluss, dass Eingaben zum Training genutzt werden. Bei Free und Pro geht das im Standard nur per Widerspruch — für sensible Daten sind sie daher ungeeignet.
Wofür eignet sich Claude besonders?
Für Aufgaben rund um Sprache und Dokumente: Angebote und Berichte formulieren, Verträge und Ausschreibungen zusammenfassen, lange Texte prüfen. Auch bei Programmieraufgaben und beim strikten Einhalten von Formatvorgaben gilt Claude als stark.
Wie viel Text kann Claude auf einmal verarbeiten?
Das Kontextfenster umfasst bis zu 200.000 Token, wobei ein Token grob einem Wortteil entspricht. Das reicht, um umfangreiche Verträge, Berichte oder ganze Codebasen in einem Durchgang zu erfassen.
