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Kimi: Moonshot AIs offene KI-Modelle erklärt

Kimi ist die KI-Modellreihe des chinesischen Anbieters Moonshot AI, bekannt durch das offene Kimi K2. Lizenzen, K3 und die DSGVO-Einordnung.

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Kimi ist die KI-Modellreihe und der Chatbot des chinesischen Unternehmens Moonshot AI, gegründet 2023 in Peking und unter anderem von Alibaba finanziert. Gestartet als Chat-Dienst mit ungewöhnlich langem Kontextfenster, wurde Kimi international vor allem durch die offenen Modelle bekannt: Kimi K2 (Juli 2025) zählte auf Anhieb zur Weltspitze der Open-Weight-Modelle, das Nachfolgemodell K3 (Juli 2026) legte mit 2,8 Billionen Parametern nach. Damit steht Kimi im selben Regal wie DeepSeek und Qwen — leistungsstark, offen verfügbar, aber mit chinesischem Cloud-Unterbau.

Modellreihe und Lizenzen

Kimi K2 ist ein Mixture-of-Experts-Modell mit rund einer Billion Parametern, von denen pro Anfrage etwa 32 Milliarden aktiv sind. Es erschien unter einer modifizierten MIT-Lizenz: Erst ab 100 Millionen monatlichen Nutzern oder 20 Millionen US-Dollar Monatsumsatz greift eine Pflicht zur sichtbaren Namensnennung — für den Mittelstand praktisch bedeutungslos. Beim Spitzenmodell K3 zog Moonshot die Zügel an: Die Gewichte sind weiter frei herunterladbar (rund 1,56 Terabyte), doch wer darauf einen kommerziellen Modell-Dienst mit über 20 Millionen US-Dollar Umsatz aufbaut, braucht eine gesonderte Vereinbarung.

ModellReleaseParameterLizenz
Kimi K2Juli 2025~1 Billion (32 Mrd. aktiv)modifiziertes MIT
Kimi K2.5 / K2.6Jan. / Apr. 2026~1 Billion (32 Mrd. aktiv)modifiziertes MIT
Kimi K3Juli 20262,8 Billioneneigene Open-Weight-Lizenz

Cloud-Nutzung: dasselbe China-Problem

Für App, Chat-Dienst und die günstige Moonshot-API gilt das bekannte Muster chinesischer Anbieter: Die Daten laufen über Server eines chinesischen Unternehmens, für das kein EU-Angemessenheitsbeschluss existiert. Was die Berliner Datenschutzaufsicht bei DeepSeek beanstandet hat, lässt sich strukturell auf Kimi übertragen. Für personenbezogene oder vertrauliche Unternehmensdaten scheidet dieser Weg damit praktisch aus — die Prüfkriterien stehen unter DSGVO-konforme KI.

Selbstbetrieb und geprüfte Hoster

Wie bei allen Open-Weight-LLMs trennt die Rechtslage sauber zwischen Dienst und Modell: Wer die Gewichte selbst betreibt oder über einen europäischen bzw. amerikanischen Hoster mit Auftragsverarbeitungsvertrag bezieht, sendet keine Daten an Moonshot. Allerdings sind die Kimi-Modelle groß — selbst K2 erfordert erhebliche Server-Hardware. Realistisch ist für die meisten Unternehmen der Bezug über einen geprüften Inferenz-Anbieter, der das Modell in der EU oder unter EU-tauglichen Vertragsbedingungen hostet.

Einordnung für den Mittelstand

Interessant ist Kimi vor allem als preisgünstige, sehr leistungsfähige Alternative für Programmier- und Agentenaufgaben — die K-Modelle gelten in Benchmarks als eine der stärksten offenen Optionen für KI-Agenten und Code. Wer einen geprüften Hoster nutzt, bekommt Spitzenleistung zu einem Bruchteil der Kosten geschlossener US-Modelle. Zu beachten bleibt, dass die Modelle bei politisch sensiblen Themen der chinesischen Regulierung folgen, und dass wie bei jedem LLM Halluzinationen möglich sind.

Häufige Fragen

Was ist Kimi?

Kimi ist der Chatbot und die Modellreihe des chinesischen KI-Unternehmens Moonshot AI aus Peking, gegründet 2023. International bekannt wurde die Reihe im Juli 2025 mit Kimi K2, einem offenen Modell mit rund einer Billion Parametern, das besonders bei Programmier- und Agentenaufgaben stark abschnitt.

Ist Kimi K2 open source?

Die Gewichte sind offen verfügbar, allerdings unter einer modifizierten MIT-Lizenz: Wer das Modell in einem Produkt mit mehr als 100 Millionen monatlichen Nutzern oder mehr als 20 Millionen US-Dollar Monatsumsatz einsetzt, muss „Kimi K2“ sichtbar in der Oberfläche nennen. Unterhalb dieser Schwellen wirkt die Lizenz wie normales MIT.

Was ist Kimi K3?

Das im Juli 2026 veröffentlichte Spitzenmodell mit 2,8 Billionen Parametern. Moonshot nennt es bewusst „open weight“, nicht Open Source: Die Lizenz ist restriktiver als bei K2 — wer das Modell als kommerziellen KI-Dienst mit über 20 Millionen US-Dollar Umsatz anbietet, braucht eine gesonderte Vereinbarung mit Moonshot.

Ist Kimi kostenlos?

Die offenen Modellgewichte sind frei verfügbar. Der Chat-Dienst ist in der Basisnutzung kostenlos, die API kostenpflichtig — für K3 verlangte Moonshot zum Start laut Berichten 3 US-Dollar pro Million Eingabe-Token und 15 US-Dollar pro Million Ausgabe-Token.

Ist die Kimi-App DSGVO-konform?

App und Cloud-API verarbeiten Daten bei einem chinesischen Anbieter; für China fehlt ein EU-Angemessenheitsbeschluss. Für Unternehmens- und Personendaten ist dieser Weg daher kaum sauber abbildbar. Unkritisch ist dagegen der Selbstbetrieb der offenen Gewichte oder die Nutzung über einen europäischen bzw. geprüften Hoster.