LanguageTool ist eine Schreibassistenz für Grammatik-, Rechtschreib- und Stilprüfung in über 30 Sprachen, entwickelt von einem Team in Potsdam rund um Gründer Daniel Naber. Der Kern des Tools ist seit über 20 Jahren Open Source (LGPL-Lizenz); seit April 2023 gehört LanguageTool zum US-Unternehmen Learneo, zu dem auch QuillBot, Course Hero und Scribbr zählen.
Die Übernahme ist keine Randnotiz, sondern für die Bewertung im Unternehmenseinsatz zentral: Aus dem deutschen Vorzeigeprojekt wurde ein Produkt eines US-Konzerns — mit Folgen für die Datenschutz-Einordnung (dazu unten mehr).
Funktionsumfang
LanguageTool prüft Texte regelbasiert und KI-gestützt auf Grammatik, Rechtschreibung, Zeichensetzung und Stil. Die Stärke liegt im Deutschen: Kommaregeln, Kasusfehler, falsche Redewendungen und typische Anglizismen erkennt das Tool deutlich zuverlässiger als englischzentrierte Konkurrenz.
Relevant für den Arbeitsalltag sind vor allem die Integrationen:
- Browser-Erweiterungen für Chrome, Firefox, Edge und Safari — die Prüfung läuft damit direkt in Outlook im Web, Gmail, CRM-Masken oder dem CMS
- Add-ins für Microsoft Word, Google Docs und LibreOffice
- Desktop-Apps für Windows und macOS sowie eine offene API für eigene Anwendungen
- In der Premium-Version: KI-Umformulierung ganzer Sätze, längere Texte pro Prüfung und über 20.000 zusätzliche Prüfregeln
Für Teams kommen ein gemeinsames Wörterbuch (Produktnamen, Fachbegriffe) und ein zentraler Styleguide dazu — etwa um firmenweit “Kunde” statt “Klient” oder eine einheitliche Schreibweise der eigenen Marke durchzusetzen.
Preise und Lizenzmodell
Die Basisversion ist kostenlos und deckt die wichtigsten Grammatik- und Rechtschreibfehler ab, allerdings mit begrenzter Zeichenzahl pro Prüfung und ohne Stilprüfung in voller Tiefe. Premium-Preise (Stand August 2026, ohne Aktionsrabatte):
| Variante | Preis (ca.) | Enthalten |
|---|---|---|
| Free | 0 € | Basis-Grammatik und Rechtschreibung, begrenzte Textlänge |
| Premium (Jahresabo) | ~5 €/Monat | Alle Prüfregeln, KI-Umformulierung, bis 150.000 Zeichen pro Text |
| Premium (Monatsabo) | 19,90 €/Monat | Wie Jahresabo, monatlich kündbar |
| Teams | ~57 €/Nutzer/Jahr | Premium plus Nutzerverwaltung, gemeinsames Wörterbuch, Styleguide |
| Self-hosted (Open Source) | 0 € Lizenz | Kernfunktionen auf eigenem Server, ohne Premium-Regeln und KI-Features |
Damit ist LanguageTool deutlich günstiger als die meisten KI-Schreibwerkzeuge — gerade im Vergleich zu Abo-Preisen anderer KI-Schreibwerkzeuge.
Datenschutz: der Learneo-Faktor
Hier liegt der Punkt, den Geschäftsführer kennen sollten. Verantwortliche Stelle für die Datenverarbeitung ist seit der Übernahme Learneo, Inc. mit Sitz in San Francisco. Datentransfers in die USA stützen sich auf das EU-US Data Privacy Framework und Standardvertragsklauseln. Positiv: Laut Datenschutzerklärung werden Nutzertexte standardmäßig nicht zum Training der Sprachmodelle verwendet — ohne dass man aktiv widersprechen muss.
Für die meisten Anwendungsfälle (Marketing-Texte, allgemeine Korrespondenz) ist das vertretbar. Wer aber Verträge, Personalunterlagen oder Mandantendaten prüfen lässt, sollte den Cloud-Dienst kritisch bewerten — dieselbe Abwägung wie bei jedem US-Tool, ausführlich beschrieben unter DSGVO-konforme KI.
Die Besonderheit von LanguageTool: Der Open-Source-Kern lässt sich als Java-Dienst on-premise auf eigener Infrastruktur betreiben. Dann verlässt kein Text das Haus — allerdings ohne Premium-Regeln, KI-Umformulierung und Team-Funktionen. Für Unternehmen mit strengen Vorgaben ist das dennoch ein Alleinstellungsmerkmal, das weder Grammarly noch DeepL Write bieten.
Abgrenzung zur Konkurrenz
Grammarly ist der bekannteste Wettbewerber, prüft aber ausschließlich Englisch — für deutsche Unternehmen meist ein Ausschlusskriterium. DeepL Write aus Köln formuliert Sätze stilistisch um und bleibt datenschutzseitig in europäischer Hand, ist aber eher Umschreib- als Prüfwerkzeug: Es zeigt nicht an, was falsch war, und bietet keine Team-Styleguides. QuillBot — inzwischen Schwesterprodukt im Learneo-Konzern — ist auf Paraphrasieren englischer Texte spezialisiert.
Kurz: Für die systematische Fehlerprüfung deutscher und mehrsprachiger Texte ist LanguageTool das passendste Werkzeug der drei.
Einordnung für den Mittelstand
LanguageTool ist kein strategisches KI-Projekt, sondern Hygiene: Es senkt die Fehlerquote in Angeboten, E-Mails und Website-Texten zu geringen Kosten und ohne Schulungsaufwand — die Erweiterung läuft einfach im Hintergrund mit. Fehlerfreie Korrespondenz ist im B2B ein unterschätzter Vertrauensfaktor, gerade bei Angeboten im fünf- oder sechsstelligen Bereich.
Wer Textqualität weiterdenken will, kombiniert die Prüfung mit automatisierten Freigabe- und Redaktionsprozessen — wie das aussehen kann, zeigt unsere Übersicht zu KI-Tools für Unternehmen.
Häufige Fragen
Was ist LanguageTool?
LanguageTool ist eine Schreibassistenz, die Grammatik, Rechtschreibung und Stil in über 30 Sprachen prüft. Das Projekt wurde von Daniel Naber gestartet, die Entwicklung sitzt in Potsdam, der Kern ist Open Source (LGPL). Seit 2023 gehört LanguageTool zum US-Unternehmen Learneo.
Was kostet LanguageTool?
Die Basisversion ist kostenlos. Premium für Einzelnutzer kostet je nach Laufzeit zwischen rund 5 Euro pro Monat im Jahresabo und 19,90 Euro im Monatsabo. Team-Lizenzen liegen bei etwa 57 Euro pro Nutzer und Jahr (Stand August 2026, Listenpreise ohne Aktionsrabatte).
Ist LanguageTool DSGVO-konform?
Grundsätzlich ja, mit Einschränkung: Verantwortliche Stelle ist seit der Übernahme die US-Firma Learneo, Datentransfers laufen über das EU-US Data Privacy Framework und Standardvertragsklauseln. Texte werden laut Anbieter nicht zum Modelltraining verwendet. Wer US-Beteiligung ausschließen muss, kann den Open-Source-Kern selbst hosten.
LanguageTool oder Grammarly – was ist besser?
Für deutsche Texte ist LanguageTool klar im Vorteil: Deutsch ist eine Kernsprache, Grammarly kann ausschließlich Englisch. Für rein englischsprachige Teams bietet Grammarly mehr Stil- und Tonalitätsfunktionen. Mehrsprachige Unternehmen fahren mit LanguageTool besser.
Für wen eignet sich LanguageTool?
Für Unternehmen, die viel deutschsprachige oder mehrsprachige Korrespondenz, Angebote und Inhalte erstellen und eine günstige, unauffällig integrierte Qualitätssicherung wollen. Die Team-Version mit gemeinsamem Wörterbuch und Styleguide lohnt sich ab etwa fünf Schreibarbeitsplätzen.