Llama ist die Familie großer Sprachmodelle des US-Konzerns Meta, deren Gewichte seit 2023 frei herunterladbar sind. Llama hat den Markt für offene Modelle maßgeblich geprägt: Llama 2 (2023) war das erste frei kommerziell nutzbare Modell eines großen Konzerns, Llama 3.1 (2024) brachte mit 405 Milliarden Parametern erstmals ein offenes Modell in Reichweite der geschlossenen Spitze, und Llama 4 (April 2025) führte eine Mixture-of-Experts-Architektur mit multimodalen Fähigkeiten ein. Für Unternehmen ist Llama vor allem als Basis für selbst betriebene KI relevant — mit einer Lizenz, die man kennen sollte.
Die Lizenz: offen, aber kein Open Source
Meta bewirbt Llama als Open Source; die Open Source Initiative widerspricht. Die Llama-Community-Lizenz erlaubt kostenlose kommerzielle Nutzung, knüpft sie aber an Bedingungen — für den Mittelstand meist unkritisch, aber relevant für Produkthaftung und Kennzeichnung:
| Lizenzpunkt | Regelung |
|---|---|
| Kommerzielle Nutzung | erlaubt bis 700 Mio. monatliche Nutzer, darüber Sonderlizenz von Meta |
| Namensnennung | abgeleitete Produkte müssen „Built with Llama” tragen |
| Nutzungsrichtlinie | Acceptable Use Policy schränkt Einsatzzwecke ein |
| EU-Besonderheit | multimodale Llama-4-Rechte sind für Unternehmen mit Sitz in der EU im Lizenztext ausgenommen |
Gerade der letzte Punkt ist ein echter Prüfposten: Die Bild- und Videofähigkeiten von Llama 4 stehen EU-ansässigen Unternehmen laut Lizenztext nicht zur Verfügung — die reinen Textfähigkeiten schon. Ein Unterschied zu Anbietern wie Mistral, deren offene Modelle unter Apache 2.0 ohne solche Klauseln stehen.
Selbstbetrieb als Kernszenario
Der praktische Wert von Llama liegt im Selbstbetrieb: Als Open-Weight-LLM lassen sich die Modelle auf eigener Hardware oder beim Hoster der Wahl betreiben — kleinere Varianten via Ollama auch lokal auf einem gut ausgestatteten Rechner. Die Daten verlassen dann das Haus nicht, was viele Fragen aus DSGVO-konforme KI von vornherein entschärft. Da Llama seit Jahren am Markt ist, ist das Ökosystem groß: Nahezu jedes Inferenz-Werkzeug, jeder Hoster und viele Fachanwendungen unterstützen die Modelle.
Stand 2026: Umbruch bei Meta
Nach dem durchwachsen aufgenommenen Llama-4-Start hat Meta seine KI-Entwicklung unter dem Dach der neu gegründeten Superintelligence Labs umgebaut. Das angekündigte Spitzenmodell Llama 4 Behemoth erschien nie eigenständig; laut Berichten führt Meta die nächste Modellgeneration nicht mehr unter dem Namen Llama. Für den Einsatz im Betrieb heißt das: Die vorhandenen Llama-Modelle bleiben nutzbar und breit unterstützt, die langfristige Roadmap der offenen Reihe ist aber offen.
Einordnung für den Mittelstand
Llama eignet sich als bewährtes, gut dokumentiertes Basismodell für interne Assistenten, Dokumentenanalyse und Klassifikation im Selbstbetrieb — dort, wo Daten das Haus nicht verlassen sollen. In der reinen Leistung liegen inzwischen offene Konkurrenten wie Qwen oder DeepSeek in Benchmarks häufig vorn; Llamas Stärke ist das ausgereifte Ökosystem. Wie jedes LLM können auch Llama-Modelle halluzinieren. Welche Modellbasis zu Aufgabe, Hardware und Compliance-Rahmen passt, klärt ein Erstgespräch.
Häufige Fragen
Was ist Llama?
Llama ist die Familie großer Sprachmodelle des US-Konzerns Meta, veröffentlicht seit 2023 mit frei herunterladbaren Gewichten. Sie machte offene Modelle massentauglich und ist bis heute eine der meistgenutzten Grundlagen für selbst betriebene KI.
Ist Llama open source?
Nicht im strengen Sinn. Die Llama-Community-Lizenz erlaubt zwar kostenlose kommerzielle Nutzung, enthält aber Auflagen: Anbieter mit über 700 Millionen monatlichen Nutzern brauchen eine Sonderlizenz, abgeleitete Produkte müssen den Hinweis „Built with Llama“ tragen, und eine Nutzungsrichtlinie schränkt Einsatzzwecke ein. Die Open Source Initiative erkennt die Lizenz daher nicht als Open Source an.
Ist Llama kostenlos?
Ja — die Gewichte dürfen kostenlos heruntergeladen und im Rahmen der Community-Lizenz auch kommerziell genutzt werden. Kosten entstehen nur für die eigene Hardware bzw. den Hoster, der das Modell betreibt.
Kann man Llama lokal betreiben?
Ja, das ist der Hauptanwendungsfall. Kleinere Varianten laufen über Werkzeuge wie Ollama auf gut ausgestatteten Arbeitsrechnern oder Servern — die Daten verlassen dann das Haus nicht.
Was wurde aus Llama 4 Behemoth?
Das beim Llama-4-Start im April 2025 angekündigte Spitzenmodell wurde nie eigenständig veröffentlicht. Meta hat seine KI-Entwicklung seither unter dem Dach der Superintelligence Labs neu aufgestellt; laut Berichten setzt der Konzern für die nächste Generation nicht mehr auf den Namen Llama.