nele.ai ist eine KI-Plattform für Unternehmen, entwickelt von der GAL Digital GmbH aus Hungen in Hessen. Sie stellt führende Sprachmodelle wie GPT-4o, Claude und Llama über eine zentrale, DSGVO-konforme Oberfläche bereit – gehostet ausschließlich auf deutschen Servern und abgerechnet über ein Credit-Kontingent für die gesamte Organisation statt über Einzellizenzen.
Funktionsumfang
nele.ai ist im Kern ein Multi-Modell-Client: Mitarbeiter chatten über eine Oberfläche mit Modellen von OpenAI, Anthropic oder Meta (Llama), ohne dass das Unternehmen eigene Verträge mit US-Anbietern schließen muss. Dazu kommen die Bausteine, die den Unterschied zwischen Spielerei und Arbeitswerkzeug ausmachen:
- Prompt-Bibliothek mit über 300 vorgefertigten Vorlagen plus eigene, teamweit geteilte Prompts
- Wissensdatenbanken (RAG): eigene Dokumente und Webseiten als Wissensbasis, damit die KI mit Firmenwissen statt Allgemeinwissen antwortet
- Admin-Panel für Nutzer- und Gruppenverwaltung, Modellfreigaben und Content-Filter
- Word- und Excel-Add-ins sowie eine API für eigene Anwendungen
- Verfügbar als Web-App, Desktop-App (Mac/Windows) und mobil
Damit positioniert sich nele.ai als zentrale KI-Instanz fürs ganze Unternehmen – eine Kategorie, in der auch Langdock und Microsoft Copilot antreten.
Preise und Lizenzmodell
Der auffälligste Unterschied zu ChatGPT Team oder Microsoft Copilot: nele.ai kostet nichts pro Nutzer. Abgerechnet wird ein monatliches Credit-Paket, das sich alle Mitarbeiter teilen – egal ob 5 oder 500 Personen zugreifen.
| Paket | Monatspreis (netto) |
|---|---|
| 1.000 Credits | 10 € |
| 10.000 Credits | 90 € |
| 50.000 Credits | 350 € |
| 100.000 Credits | 500 € |
| bis 750.000 Credits | 3.750 € |
Die Wissensdatenbank kostet 19,95 €/Monat als Zusatzmodul. Zum Einstieg gibt es eine 7-tägige Testphase mit 1.000 kostenlosen Credits. Nach Anbieterangaben bucht ein Unternehmen mit rund 100 Mitarbeitern typischerweise das 10.000er-Paket plus Wissensdatenbank – also rund 110 € netto im Monat für die gesamte Belegschaft. Zum Vergleich: Copilot für Microsoft 365 kostet in dieser Größenordnung schnell vierstellig pro Monat. Eine Einordnung der gängigen Lizenzmodelle liefert unser KI-Lizenzen-Vergleich.
Datenschutz und DSGVO
Datenschutz ist bei nele.ai nicht Feature, sondern Geschäftsmodell. Die relevanten Punkte für die Geschäftsführung:
- Hosting ausschließlich in Deutschland, Entwicklung in der EU
- ISO-27001-zertifiziert
- Eingaben werden nicht zum Training der KI-Modelle verwendet
- Optionale automatische Pseudonymisierung: personenbezogene Daten werden vor dem Versand an das Modell erkannt und ersetzt
- Verschlüsselte Übertragung, zentrale Kontrolle darüber, welche Modelle und Funktionen Mitarbeiter nutzen dürfen
Das löst das eigentliche Problem vieler Mittelständler: Mitarbeiter nutzen KI ohnehin – nur eben über private Accounts, an der IT vorbei. Eine freigegebene Plattform mit Kontrollfunktionen ist die sauberere Antwort auf diese Schatten-KI als ein Verbot. Was rechtlich konkret zu beachten ist, steht in unserem Überblick zu KI und Datenschutz.
Abgrenzung zur Konkurrenz
Gegenüber ChatGPT Team/Enterprise punktet nele.ai mit deutschem Hosting, Modellvielfalt und dem Kostenmodell; OpenAI bietet dafür die neuesten Funktionen früher. Langdock aus Berlin ist der direkteste Wettbewerber mit ähnlichem Ansatz, rechnet aber pro Nutzer ab. Microsoft Copilot gewinnt bei tiefer Office-Integration, verliert bei Kosten und Modellauswahl. Wer maximale Datenhoheit will, kommt an On-Premise-KI mit lokalen Modellen wie Llama nicht vorbei – bezahlt das aber mit deutlich mehr Eigenaufwand.
Einordnung für den Mittelstand
nele.ai ist eine pragmatische Antwort auf die Standardfrage im Mittelstand: „Wie geben wir unseren Leuten KI, ohne ein Datenschutzproblem zu schaffen und ohne pro Kopf zu bezahlen?” Das Credit-Modell macht die Kosten planbar und skaliert mit der tatsächlichen Nutzung statt mit der Mitarbeiterzahl. Die Grenzen: nele.ai ist ein Werkzeug für Chat, Textarbeit und Wissensabfragen – wer Prozesse automatisieren oder eigene KI-Agenten bauen will, braucht darüber hinaus Workflow-Werkzeuge und Entwicklungsarbeit. Einen Marktüberblick über beide Kategorien gibt unsere Übersicht der KI-Tools für Unternehmen.
Häufige Fragen
Was ist nele.ai?
nele.ai ist eine deutsche KI-Plattform der GAL Digital GmbH aus Hungen (Hessen). Sie bündelt Modelle wie GPT-4o und Claude in einer DSGVO-konformen Oberfläche mit deutschen Servern, Prompt-Bibliothek, Wissensdatenbanken und zentraler Administration für Unternehmen.
Was kostet nele.ai?
nele.ai rechnet nicht pro Nutzer ab, sondern über Credit-Pakete für die gesamte Organisation: Der Einstieg liegt bei 10 € netto/Monat für 1.000 Credits, größere Pakete reichen bis 750.000 Credits für 3.750 €/Monat. Die Wissensdatenbank kostet 19,95 €/Monat zusätzlich. Eine 7-tägige Testphase mit 1.000 Credits ist kostenlos.
Ist nele.ai DSGVO-konform?
Ja, das ist der Kern des Produkts: Hosting ausschließlich auf deutschen Servern, ISO-27001-Zertifizierung, keine Nutzung der Eingaben zum Modelltraining und optionale automatische Pseudonymisierung personenbezogener Daten vor dem Versand an die KI-Modelle.
nele.ai oder Microsoft Copilot – was ist besser für den Mittelstand?
Copilot ist tief in Microsoft 365 integriert, kostet aber pro Nutzer und Monat. nele.ai bietet mehrere Modelle (OpenAI, Anthropic, Llama) unter einem Credit-Kontingent für beliebig viele Nutzer – bei gemischter oder gelegentlicher Nutzung ist das meist deutlich günstiger. Wer vor allem in Word, Excel und Teams arbeitet, fährt mit Copilot komfortabler; wer eine zentrale, datenschutzsichere KI-Zentrale sucht, mit nele.ai.
Für wen eignet sich nele.ai?
Für kleine und mittlere Unternehmen, die ihren Mitarbeitern KI-Zugang geben wollen, ohne Schatten-KI über private ChatGPT-Konten zu riskieren – besonders in Branchen mit sensiblen Daten (Beratung, Gesundheit, Handwerk mit Kundendaten). Ab etwa zwei aktiven Nutzern ist das Credit-Modell günstiger als zwei Einzellizenzen bei ChatGPT oder Copilot.