Synthflow ist eine No-Code-Plattform für KI-Voice-Agents, mit der Unternehmen Telefonassistenten für ein- und ausgehende Anrufe bauen — ohne Programmierung. Hinter dem Produkt steht die AgentFlow AI GmbH aus Berlin, 2023 gegründet von Hakob Astabatsyan, Albert Astabatsyan und Sassun Mirzakhan-Saky und seither mit rund 30 Millionen US-Dollar finanziert, unter anderem von Accel.
Dass ein ernstzunehmender Voice-AI-Anbieter aus Deutschland kommt, ist für Mittelständler mehr als eine Randnotiz: Es verändert die Datenschutz-Ausgangslage grundlegend, denn der Anbieter unterliegt selbst der DSGVO — kein Drittlandtransfer als Grundproblem, wie bei den meisten US-Plattformen.
Funktionsumfang
Synthflow deckt den kompletten Lebenszyklus eines KI-Telefonassistenten ab:
- No-Code-Builder: Gesprächsflüsse per Drag-and-Drop statt Code. Fachabteilungen können Agents selbst anpassen.
- Inbound und Outbound: Anrufannahme, Terminbuchung, Lead-Qualifizierung, Rückrufkampagnen.
- Telefonie inklusive: Eigene Rufnummern oder SIP-Trunking in bestehende Telefonanlagen.
- Integrationen: CRM-, Kalender- und Contact-Center-Anbindung; per Webhook auch an Automatisierungsplattformen wie n8n anschließbar.
- Agent Memory: Der Agent behält Gesprächskontext über mehrere Anrufe hinweg — ruft ein Interessent später erneut an, kennt das System die Vorgeschichte.
- White-Label und Sub-Accounts: Agenturen können Voice Agents unter eigener Marke weiterverkaufen.
Ende 2025 stellte Synthflow zusammen mit OpenAI das BELL-Framework vor — ein Test- und Evaluierungsrahmen, der Voice Agents vor dem Livegang systematisch auf Fehlverhalten prüft. Das adressiert die größte Sorge im Enterprise-Einsatz: Halluzinationen am Telefon mit echten Kunden.
Preise und Lizenzmodell
Hier ist Vorsicht geboten, weil sich die Positionierung verschoben hat. Die offizielle Preisseite nennt Stand August 2026 nur noch einen Enterprise-Plan ab rund 30.000 US-Dollar pro Jahr, final kalkuliert nach Anrufvolumen, Concurrency, Telefonie-Setup und Sicherheitsanforderungen — inklusive SLA, MSA/DPA und Integrationssupport. Drittquellen listen daneben weiterhin Self-Service-Pläne ab etwa 29 US-Dollar pro Monat mit gestaffelten Minutenkontingenten. Wer die Plattform ernsthaft evaluiert, sollte die Konditionen direkt anfragen statt mit veralteten Preistabellen zu planen. Klar ist die Richtung: Synthflow positioniert sich zunehmend im Enterprise-Segment und gilt pro Gesprächsminute als einer der teureren Anbieter — bezahlt wird der Komfort, nicht die Rohtechnik.
Datenschutz und DSGVO
Die Datenschutz-Ausgangslage ist das stärkste Argument für Synthflow im deutschen Markt: Sitz in Berlin, damit direkte DSGVO- und BDSG-Unterworfenheit, benannter Datenschutzbeauftragter, EU-Hosting verfügbar, dazu SOC 2, HIPAA und ISO 27001. Telefonate sind personenbezogene Daten in Reinform — Stimme, Anliegen, oft Gesundheits- oder Vertragsdaten. Ein EU-Anbieter löst das Problem nicht automatisch, senkt aber die Hürden erheblich. Was bleibt: AVV abschließen, Speicherfristen für Aufzeichnungen und Transkripte definieren, Anrufer über den KI-Einsatz informieren. Die Grundlagen dazu im Überblick unter DSGVO-konforme KI.
Abgrenzung zur Konkurrenz
| Anbieter | Ansatz | Sitz | Typische Zielgruppe |
|---|---|---|---|
| Synthflow | No-Code-Plattform, Telefonie inklusive | Berlin (DE) | Mittelstand bis Enterprise ohne Dev-Team |
| Vapi | Entwickler-API/Framework | USA | Teams mit eigenen Entwicklern |
| Retell | Entwicklerplattform mit Baukasten | USA | Tech-affine Teams, Agenturen |
| Parloa | Enterprise Contact-Center-AI | Berlin (DE) | Konzerne, große Servicecenter |
| Fonio | Einfacher KI-Telefonassistent | Deutschland | Kleinbetriebe, Praxen, Handwerk |
Kurz: Vapi und Retell sind Werkzeugkästen für Entwickler, Parloa spielt eine Liga höher im Konzern-Contact-Center, Fonio eine Liga tiefer für den schnellen Einstieg. Synthflow besetzt die Mitte — mächtig genug für komplexe Prozesse, aber ohne Entwicklungsprojekt nutzbar. Einen breiteren Marktüberblick gibt der Voicebot-Anbieter-Vergleich.
Einordnung für den Mittelstand
Für Unternehmen zwischen 20 und 500 Mitarbeitern ist die Rechnung einfach: Ein Voicebot lohnt sich ab einem Anrufvolumen, bei dem regelmäßig Anrufe verloren gehen oder Mitarbeiter mit Routinefragen gebunden sind — Terminvergabe, Bestellstatus, Erreichbarkeit außerhalb der Geschäftszeiten. Synthflow ist dann interessant, wenn kein Entwicklerteam bereitsteht und der EU-Sitz für Datenschutz oder Betriebsrat den Ausschlag gibt. Die Enterprise-Preisgestaltung setzt allerdings ein entsprechendes Volumen voraus. Wer erst testen will, ob Telefon-KI zum eigenen Prozess passt, startet besser schlanker und skaliert bei Erfolg — wie das strategisch aufgesetzt wird, zeigt unsere Seite zur Automatisierung im Kundenservice.
Häufige Fragen
Was ist Synthflow?
Synthflow ist eine No-Code-Plattform für KI-Telefonagenten, 2023 in Berlin gegründet. Unternehmen bauen damit Voice Agents, die eingehende und ausgehende Anrufe führen, Termine buchen und an CRM-Systeme anbinden — ohne eigene Entwicklung.
Was kostet Synthflow?
Die offizielle Preisseite nennt aktuell nur einen Enterprise-Plan ab rund 30.000 US-Dollar pro Jahr, individuell kalkuliert nach Anrufvolumen und Integrationen. Drittquellen führen daneben Self-Service-Pläne ab etwa 29 US-Dollar pro Monat mit Minutenkontingenten. Für ein belastbares Angebot führt am Vertriebskontakt kein Weg vorbei.
Ist Synthflow DSGVO-konform?
Die Voraussetzungen sind besser als bei den meisten US-Wettbewerbern: Sitz in Berlin (AgentFlow AI GmbH), benannter Datenschutzbeauftragter, EU-Hosting verfügbar, dazu SOC 2, HIPAA und ISO 27001. DSGVO-Konformität bleibt trotzdem eine Frage der eigenen Konfiguration — AVV, Speicherfristen und die Wahl der Sprachmodelle muss der Betreiber selbst sauber regeln.
Synthflow oder Vapi — was ist besser?
Vapi ist ein Entwickler-Framework aus den USA: maximale Kontrolle, aber Code und Eigenbetrieb nötig. Synthflow setzt auf No-Code, fertige Telefonie-Anbindung und EU-Hosting. Wer ein Entwicklerteam hat und feinsteuern will, fährt mit Vapi günstiger; wer schnell und ohne Entwickler live gehen will, ist bei Synthflow richtig.
Für wen eignet sich Synthflow?
Für Unternehmen mit relevantem Anrufvolumen — Terminvergabe, Bestellannahme, First-Level-Support —, die keine Entwicklerkapazität binden wollen und Wert auf einen EU-Anbieter legen. Bei kleinem Anrufaufkommen lohnt sich der Enterprise-Einstieg kaum; dann sind schlankere Anbieter die bessere Wahl.