Vapi ist eine Entwickler-Plattform für KI-Telefonassistenten des gleichnamigen US-Unternehmens aus San Francisco. Statt eines fertigen Produkts liefert Vapi die Infrastruktur — Telefonie, Spracherkennung, Sprachmodell-Anbindung und Sprachausgabe —, aus der Entwickler per API eigene Voice-Agents zusammensetzen. Die Plattform hat sich zu einem der großen Namen im Markt entwickelt: Im Mai 2026 schloss Vapi eine Series-B-Finanzierung über 50 Millionen US-Dollar ab (Bewertung rund 500 Millionen), nach eigenen Angaben liefen bis dahin über eine Milliarde Anrufe über die Plattform. Prominentester Referenzkunde ist Amazon Ring, das seinen eingehenden Telefonverkehr komplett über Vapi abwickelt.
Funktionsumfang
Vapi ist bewusst modular gebaut. Für jeden Baustein eines Voicebots lässt sich der Anbieter frei wählen: Spracherkennung etwa von Deepgram, das Sprachmodell von OpenAI, Anthropic oder anderen, die Sprachausgabe von Anbietern wie ElevenLabs. Dazu kommen Telefonnummern-Management, SIP-Anbindung an bestehende Telefonanlagen, Werkzeug-Aufrufe während des Gesprächs (Terminbuchung, CRM-Abfragen), Gesprächsweiterleitung an Menschen und ausführliche Auswertungen. Gesteuert wird alles über API und SDKs; ein Dashboard hilft beim Testen und Überwachen. Die Zielgruppe sind explizit Entwickler — wer keinen Code schreiben will, baut mit Vapi keinen Assistenten.
Preise
Vapi rechnet nach Verbrauch ab. Die Plattformgebühr im Build-Plan beträgt 0,05 US-Dollar pro Gesprächsminute plus 0,005 US-Dollar pro SMS- oder Chat-Nachricht; zehn parallele Leitungen sind enthalten, jede weitere kostet 10 US-Dollar im Monat. Die eigentlichen KI-Bausteine reicht Vapi zum Selbstkostenpreis durch — oder kostenfrei, wenn eigene API-Schlüssel hinterlegt werden. In der Praxis landen Projekte damit je nach Modellwahl bei etwa 0,07 bis 0,25 US-Dollar pro Minute. Compliance kostet extra: Zero Data Retention schlägt mit 1.000 US-Dollar pro Monat zu Buche, HIPAA (US-Gesundheitsdaten) mit 2.000 US-Dollar. Der Scale-Plan für Enterprise-Kunden kombiniert eine Plattformpauschale mit Volumenpreisen und bringt SOC 2, SSO und Rollenrechte mit.
Datenschutz
Hier liegt der wunde Punkt für deutsche Unternehmen. Vapi dokumentiert DSGVO-Maßnahmen und bietet Datenaufbewahrung von 14 Tagen im Standard, gegen Aufpreis auch Zero Data Retention. Aber: Es ist ein US-Anbieter, und im Gesprächsfluss wandern Audiodaten in Echtzeit durch mehrere Subdienstleister — Spracherkennung, Sprachmodell, Sprachausgabe, Telefonie können vier verschiedene Firmen sein. Selbst wenn jeder einzelne eine EU-Region anbietet, garantiert das noch keine durchgehende EU-Datenhaltung. Wer Vapi DSGVO-sauber betreiben will, braucht AV-Verträge über die gesamte Kette und eine bewusste Auswahl der Bausteine. Die Grundlagen dazu erklärt die Seite DSGVO-konforme KI.
Abgrenzung zur Konkurrenz
| Merkmal | Vapi | Retell | Parloa / Cognigy |
|---|---|---|---|
| Ansatz | Entwickler-API, modular | Entwickler-API, modular | Enterprise-Plattform |
| Zielgruppe | Dev-Teams, Agenturen | Dev-Teams | Contact Center, Konzerne |
| Einstieg | Code erforderlich | Code erforderlich | Projekt mit Anbieter |
| Abrechnung | pro Minute + Modellkosten | pro Minute | Vertrag/Lizenz |
| EU-Fokus | gering (US-Anbieter) | gering (US-Anbieter) | deutlich stärker |
Retell ist der direkteste Wettbewerber mit nahezu identischem Modell. Synthflow setzt eine No-Code-Ebene obendrauf, Parloa und Cognigy bedienen als deutsche Enterprise-Anbieter das Contact-Center-Segment mit stärkerem Compliance-Fokus. Eine ausführliche Gegenüberstellung liefert der Voicebot-Anbieter-Vergleich.
Einordnung für den Mittelstand
Vapi ist ein Werkzeugkasten, kein Produkt. Für ein mittelständisches Unternehmen ohne eigenes Entwicklerteam ist die Plattform allein deshalb selten die richtige Wahl — der Weg zum funktionierenden Telefon-Assistenten führt über Konzeption, Integration in Telefonanlage und CRM, Gesprächsdesign und laufende Pflege. Sinnvoll wird Vapi, wenn ein Dienstleister das Setup baut und betreibt, oder wenn intern Entwicklerkapazität vorhanden ist und maximale Kontrolle über Modelle und Kosten gewünscht wird. Wer stattdessen ein betreutes Gesamtpaket sucht, findet den Überblick auf der Seite KI-Telefonassistent — und wer das Thema breiter denkt, bei Kundenservice automatisieren.
Häufige Fragen
Was ist Vapi?
Vapi ist eine US-amerikanische Entwickler-Plattform für Voice-AI-Agents. Sie stellt die Infrastruktur bereit — Telefonie, Spracherkennung, Sprachmodell-Anbindung und Sprachausgabe —, auf der Entwickler eigene Telefon-Assistenten per API bauen. Nach eigenen Angaben liefen bereits über eine Milliarde Anrufe über die Plattform.
Was kostet Vapi?
Die Plattformgebühr liegt bei 0,05 US-Dollar pro Gesprächsminute. Hinzu kommen die Kosten der eingesetzten Bausteine (Spracherkennung, Sprachmodell, Sprachausgabe, Telefonie), die Vapi zum Selbstkostenpreis durchreicht — realistisch landen Projekte je nach Konfiguration bei etwa 0,07 bis 0,25 US-Dollar pro Minute. Enterprise-Konditionen gibt es im Scale-Plan auf Anfrage.
Ist Vapi DSGVO-konform?
Vapi dokumentiert DSGVO-Maßnahmen und bietet gegen Aufpreis Zero Data Retention. Es bleibt aber ein US-Anbieter, und im Gesprächsfluss sind mehrere Subdienstleister für Spracherkennung, Modell und Sprachausgabe beteiligt. Eine belastbare EU-Datenhaltung erfordert eigene Architekturarbeit und saubere AV-Verträge über alle Bausteine hinweg — von allein DSGVO-konform ist ein Vapi-Setup nicht.
Was ist der Unterschied zwischen Vapi und Retell?
Beide sind US-Entwicklerplattformen für Voice-Agents mit sehr ähnlichem Ansatz: API-first, modulare Bausteine, Minutenabrechnung. Vapi gilt als flexibler und stärker auf Entwickler zugeschnitten, Retell als etwas zugänglicher im Einstieg. Für beide gilt: Ohne Entwicklerkapazität entsteht kein fertiger Assistent.
Für wen eignet sich Vapi?
Für Unternehmen mit eigenem Entwicklerteam oder einem Dienstleister, die einen individuellen Telefon-Assistenten mit voller Kontrolle über jeden Baustein bauen wollen. Wer eine fertige Lösung ohne Programmierung sucht, ist bei No-Code-Anbietern oder einem betreuten Setup besser aufgehoben.