Dify ist eine Open-Source-Plattform zum Bau von Anwendungen auf Basis großer Sprachmodelle (LLM). Entwickelt vom Unternehmen LangGenius, vereint sie einen visuellen Workflow-Editor, eine RAG-Pipeline für eigene Dokumente, Agenten-Funktionen und die Verwaltung hunderter KI-Modelle unter einer Oberfläche. Mit über 150.000 GitHub-Sternen gehört Dify zu den meistgenutzten Projekten seiner Kategorie.
Funktionsumfang
Dify deckt den Weg von der Idee zur fertigen KI-Anwendung ab: Auf einer Canvas werden Workflows aus Bausteinen zusammengesetzt, eine Prompt-IDE hilft beim Formulieren und Testen der Anweisungen. Die eingebaute Wissensdatenbank nimmt Dokumente auf und stellt sie per RAG dem Modell bereit. Agenten können mit über 50 integrierten Werkzeugen ausgestattet werden, und angebundene Modelle — von OpenAI über Anthropic bis zu lokalen Modellen via Ollama — lassen sich zentral verwalten. Fertige Apps erhalten automatisch eine Chat-Oberfläche und eine API; Logs und Kosten sind einsehbar.
Lizenz und Kosten
Dify steht unter der “Dify Open Source License” — Apache 2.0 mit Zusatzbedingungen, ähnlich wie bei n8n also keine klassische Open-Source-Lizenz. Der interne Einsatz ist frei; eingeschränkt sind vor allem der Betrieb als eigener Mehrmandanten-Dienst und das Entfernen von Logo und Copyright-Hinweisen. Die selbst gehostete Community-Edition ist kostenlos und enthält die Kernfunktionen. Die Cloud-Variante beginnt mit einem kostenlosen Sandbox-Tarif (200 Message-Credits); Professional kostet 590 US-Dollar pro Jahr, Team 1.590 US-Dollar pro Jahr, Enterprise-Konditionen gibt es auf Anfrage.
Self-Hosting
Der Betrieb auf eigener Infrastruktur läuft über Docker Compose; als Minimum nennt das Projekt 2 CPU-Kerne und 4 GB RAM. Für Kubernetes existieren von der Community gepflegte Deployments. Damit eignet sich Dify auch für Szenarien, in denen Dokumente und Chatverläufe das eigene Haus nicht verlassen dürfen — ein Punkt, der es vom rein cloudbasierten Wettbewerb abhebt.
Abgrenzung zu n8n
Dify und n8n überschneiden sich, lösen aber unterschiedliche Aufgaben:
| Merkmal | Dify | n8n |
|---|---|---|
| Kernzweck | LLM-Apps bauen (Chatbots, RAG) | Prozesse automatisieren |
| Ergebnis | App mit Chat-Oberfläche + API | Workflow zwischen Systemen |
| Integrationen | KI-Modelle, Tools, Wissensbasen | hunderte Geschäftsanwendungen |
| RAG | eingebaut, zentraler Baustein | möglich, aber selbst zusammengesetzt |
| Lizenz | Apache 2.0 + Zusatzbedingungen | Sustainable Use License |
Ehrlich eingeordnet: Wer einen Wissensassistenten oder Kunden-Chatbot mit eigener Dokumentenbasis will, kommt mit Dify schneller ans Ziel — die Chat-Oberfläche, die RAG-Pipeline und das Modell-Management sind fertig eingebaut. Sobald es aber darum geht, Geschäftsprozesse über viele Systeme hinweg zu automatisieren — CRM, E-Mail, ERP, Datenbanken — spielt n8n seine Stärke aus: deutlich mehr Integrationen, eigener Code an jeder Stelle und Abläufe, in denen das Sprachmodell nur einer von vielen Schritten ist. In der Praxis ergänzen sich beide: Dify stellt die KI-App, n8n die Prozessautomatisierung dahinter.
Einordnung für den Mittelstand
Für einen ersten internen Wissensassistenten ist Dify ein pragmatischer Einstieg mit geringer Hürde. Wer darüber hinaus KI-Agenten in bestehende Abläufe integrieren will, sollte die Architektur vorab planen — etwa im Rahmen einer KI-Agenten-Entwicklung oder mit Unterstützung einer n8n-Agentur, wenn die Prozessautomatisierung im Vordergrund steht.
Häufige Fragen
Ist Dify Open Source?
Weitgehend, aber nicht uneingeschränkt: Es gilt die "Dify Open Source License", eine Apache-2.0-Lizenz mit Zusatzbedingungen. Der interne Einsatz ist frei, der Betrieb als eigener Mehrmandanten-Dienst und das Entfernen des Logos sind eingeschränkt.
Was kostet Dify?
Die selbst gehostete Community-Edition ist kostenlos. In der Cloud gibt es einen kostenlosen Sandbox-Tarif mit 200 Message-Credits, darüber Professional (590 US-Dollar/Jahr) und Team (1.590 US-Dollar/Jahr) sowie ein Enterprise-Angebot auf Anfrage.
Kann man Dify selbst hosten?
Ja, per Docker Compose auf eigener Infrastruktur. Als Minimum nennt das Projekt 2 CPU-Kerne und 4 GB RAM; für Kubernetes existieren Community-Deployments. Die Daten bleiben dabei im eigenen Haus.
Was ist der Unterschied zwischen Dify und n8n?
Dify baut KI-Anwendungen mit eigener Oberfläche — Chatbots, Wissensassistenten, RAG-Apps. n8n automatisiert Prozesse zwischen bestehenden Systemen, in denen KI ein Baustein von vielen ist. Wer eine Chat-App braucht, ist bei Dify schneller; wer Geschäftsprozesse verbindet, bei n8n.
Für wen eignet sich Dify?
Für Teams, die ohne viel Programmierung einen internen Wissensassistenten oder Kunden-Chatbot mit eigener Dokumentenbasis aufsetzen wollen — inklusive fertiger Chat-Oberfläche und API.
